Design System - Was versteht man darunter?

・verfasst von Florian Werner


Bevor wir uns fragen, was ein Design System ist, müssen wir uns mit den Herausforderungen beschäftigen, die Designer aktuell haben und um es ganz direkt zu sagen, die auch aktuell unsere eigenen Designer haben. Die Medien, für die wir designen werden immer vielfältiger, es geht nicht mehr nur um klassische mobile Inhalte wie Smartphones oder Tablets und desktop Geräte wie Notebooks oder PCs. Es gibt mittlerweile unglaubliche viele Geräte die sich irgendwo dazwischen befinden oder teils massiv größere oder kleinere Displays haben. Die Apple Watch und andere Smartwatches oder aber auch aktuelle Smart TVs sind ein gutes Beispiel. Hierbei ändert sich nicht nur die Größe des Monitors, sondern auch die Umgebung des Betrachters teilweise völlig. Wird eine Grafik auf einem Notebook gesehen hat man eine viel längere Betrachtungszeit und kann mit kleineren Schriften gestalten, als man dies auf einem Smart TV kann, der im Flughafen über dem Gepäckband hängt. Trotzdem soll eine klare Linie im Design erkenntlich bleiben.

Zusätzlich möchten Unternehmen natürlich immer noch effektiver arbeiten und noch mehr Zeit sparen, was dazu führt, dass gewisse Regeln definiert werden müssen, nach denen sich ein Designer richten kann.

Ein Design System beschreibt eine Art Lexikon des eigenen Firmendesigns. Dieses Lexikon fungiert als große Sammlung verschiedenster Vorlagen und Anwendungsfälle und ermöglicht es Designer so, konsistente und gleichzeitig auch schnelle Designs anfertigen zu können. Wiederverwendbare Teile wie Buttons, Farben oder Iconsets werden dort genauestens definiert. Ein Design System wird normalerweise als Website umgesetzt, die sehr häufig auch öffentlich erreichbar ist und meist auf einer Subdomain des Unternehmens liegt. Das ermöglicht es externen Dienstleistern schnell auf das System zuzugreifen. Nun aber genug der langen Worte, Sie wollen bestimmt ein Design System im Einsatz sehen? Hier gelangen Sie zum Bulb Design System , einem sehr guten Beispiel für ein hervorragend gepflegtes System. Auch im Sales Force Design System finden sich sehr gute Design Elemente.

Die Vorteile für ein Design System liegen klar auf der Hand.

Icon Sets sind ein wichtiger Bestandteil von Design Systemen

Die Vorteile

Welche Vorteile bringen Design Systeme?

Design Systems führen zu hoher Effizienz

Durch die Digitalisierung ist die Wirtschaft unglaublich schnell geworden. Für Unternehmen ist es entscheidend Projekte schnell zu veröffentlichen und Kunden zu generieren. Wenige Tage können über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, hier schafft ein Design System einen wesentlichen Beitrag.

Leichtere Pflege und Zugänglichkeit

Alle Strukturen an einem einzigen Ort zu haben schafft eine enorme Übersicht und erleichtert die Pflege sehr. Jeder Mitarbeiter weiß sofort, wo Informationen hinterlegt sind und kann Sie mittels Benutzername und Passwort leicht selbst updaten. Ein gewaltiger Vorteil im Vergleich zu einem gedruckten Corporate Design Manual.
Apropos Design Manual, auf welchem Netzlaufwerk lag das noch gleich? Diese Frage gehört dank Design Systemen auch der Vergangenheit an, durch die Positionierung auf einer Subdomain sind sie jederzeit und kinderleicht erreichbar.

Design System schaffen Ordnung

Durch das Hinterlegen von zahlreichen Beispiel Gestaltungen vor allem für UI (User Interface) Elemente, wie Buttons, Textfelder etc. fällt es einem Designer sehr leicht diese in neuen Projekten wiederzuverwenden. So entsteht Ordnung und Konsistenz, ein wesentliches Erfolgsmerkmal von guten Unternehmensdesigns.

Mehr Verständnis innerhalb von Unternehmen

Design Systeme führen zu einem höheren Verständnis füreinander zwischen verschiedenen Unternehmensabteilungen. In Design Systems werden nicht nur Beispiele, sondern oft auch Erklärungen und Anmerkungen hinterlegt. Dies führt dazu, dass sich Abteilungen gegenseitig besser verstehen.

Design Systeme halten mit dem Wachstum Schritt

Unternehmen können sehr schnell wachsen. Design Manuals brauchen dafür oft wesentlich mehr Zeit. Das Design, dass vielleicht noch für eine Firma mit zehn Mitarbeitern angemessen war, würde für eine Firma mit hunderten Mitarbeitern eher geschäftsschädigend wirken. Ein solches Wachstum können Firmen auf weniger Jahre hinlegen, oft bleibt dabei aber das Design auf der Strecke und man lässt alle paar Jahre wieder ein neues Design Manual erstellen, welches dann in wenigen Monaten wieder veraltet ist. Ein Design System hält beim Wachstum Schritt und kann immer wieder angepasst werden und somit sogar tagesaktuelle Änderungen aufgreifen.

Gibt es Standards für Design Systeme?

Ganz klare Antwort: Nein. Es gibt aktuell noch keine definierten Standards, was ein Design System enthalten muss und was nicht. Normalerweise geht man bei der Erstellung so vor, dass man alle Elemente des aktuellen Firmen Designs sammelt und diese strukturiert. Anschließend wird ein Benutzungskonzept für das Design System aufgestellt und die richtige Software gesucht. Nach erfolgreicher Implementation heißt es dann am Ball bleiben. Ein gutes Design System soll zur Weiterentwicklung auffordern.

Fazit

Ein Design System macht gerade für digitale Produkte enorm Sinn und wird mittelfristig bei vielen Unternehmen Einzug finden. Nutzen Sie aktuell noch kein Design System, dann ziehen Sie unbedingt in Betracht bei einem Relaunch ein solches einzuführen.

Geschrieben von
Florian Werner