Man schaut auf eine Wiese und sucht etwas

Die Ladezeit und die Auswirkungen auf Ihr Google Ranking

・verfasst von Florian Werner

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Früher war alles ... langsamer

Kennen Sie noch die Zeiten, als sich Ihr 56k Modem mit dem nostalgischen Piepen und Surren in das damals für uns so neue Internet einwählte und man Websites noch beim Aufbau zusehen konnte? Zugegeben diese Zeiten sind längst vorbei, wenn man mal vom EDGE Netz absieht, das wir in unserer Heimat hier im bayerischen Wald doch noch öfter vorfinden als uns lieb ist. Meist sind wir es aber gewohnt, dass sich Websites gerade am Desktop blitzschnell aufbauen und auch im mobilen Netz sind wir dank 4G LTE mittlerweile blitzschnelle Ladezeiten gewöhnt. Eine tolle Entwicklung, die andererseits schon eine große Herausforderung zeigt. Gute Websites werden immer weiter und weiter optimiert, denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier, was gestern noch in Ordnung war ist heute schon zu langsam.

Die Geschwindigkeit, in der wir eine Antwort zu einer Frage erwartet, hat sich in den letzten Jahren extrem verändert. Dieses Bild zeigt eindrucksvoll den Sprung der letzten Jahrzehnte, den wir oft vergessen

Was bedeutet eigentlich schnell?

Seit Jahren propagieren SEOs auf der ganzen Welt die Wichtigkeit der Ladezeit einer Website für die Suchmaschinenoptimierung, doch wie wichtig ist sie denn nun und wie misst man sie eigentlich? Bevor wir dazu kommen, sehen wir uns doch erstmal an, was “schnell” eigentlich bedeutet. Die Angabe dazu findet man sehr häufig als einen Wert in Sekunden, ob das sinnvoll ist oder nicht lassen wir erstmal so stehen und beschäftigen uns später damit. Auf die Ladezeit in Sekunden gibt Google in seiner Search Console jedoch mehr oder weniger eine indirekte Antwort. Hier werden Ladezeit über 3 Sekunden als hoch und Ladezeiten zwischen 1,5 und 3 Sekunden als Durchschnitt bezeichnet.

Aber was heißt nun schnell? Die klare Antwort, wie so oft im Leben: Es kommt darauf an. Je nach Branche in der Sie sich befinden kann eine höhere Ladezeit durchaus akzeptabel sein. Die durchschnittliche Ladezeit von Onlineshops ist nämlich schon alleine aufgrund der technischen Gegebenheiten zwangsläufig wesentlich höher als der einer textlastigen Website. Genauso kann aber auch eine bildgewaltige Website sehr lange Ladezeiten haben. Aus diesem Grund lässt sich kaum eine pauschale Aussage machen, was schnell eigentlich heißt.

Auch wir legen sehr viel Wert auf unser eigenes Google Ranking und prüfen dies mindestens einmal pro Woche mit Tools wie Sistrix und Xovi

Was Google selbst sagt

Wichtig ist, seine Website immer auf den Kunden zu optimieren und niemals auf Google direkt. Dies kann man schön am Google eigenen Blog beobachten, hier wird bei der Analyse der Ladezeit vor allem von den Usern gesprochen, die durch eine höhere Ladezeit verloren gehen, nicht aber von technischen Einschränkungen oder ähnlichen Themen.

Interessant ist dabei auch, wie sehr Google auf das Thema “Mobile First” eingeht. Nur kurze Zeit später veröffentlichte Google sein Update und machte die Ladezeit ganz offiziell zum Ranking Faktor in der mobilen Suche. Übrigens wird die Ladezeit, und das haben viele Marketer bis jetzt noch nicht bemerkt, auch ein Qualitätsfaktor für Ihre Google Ads. 

Von großem Interesse war für die Welt der Suchmaschinenoptimierer die Aussage eines Google Mitarbeiters, der die Ladezeit als eher schwachen Faktor bewertet und die Qualität des Contents in den Vordergrund stellt.

Google stellt mittlerweile auch ein sehr ausgereiftes Tool zur Verfügung, mit dessen Hilfe man seine Seite sehr einfach auf eine gute Ladezeit hin überprüfen kann. Auch bringt das Tool direkt Tipps und Anleitungen mit, wie sich der erreichte Score noch weiter verbessern lässt.

Was die Statistik beweist

Mittlerweile gibt es dutzende Studien zum Thema Ladezeit, sie kommen allerdings allesamt auf ein sehr ähnliches Ergebnis. Alle sind sich einig, dass die Ladezeit ein Rankingfaktor ist, aber dieser eher nur einen mittleren Einfluss hat. SEM Deutschland hat dies in einem eindrucksvollen Test nochmals sehr schön skizziert. 

Interessant ist aber, dass die Top 5 Seiten im Ranking mit nur ganz wenigen Ausnahmen fast immer eine schnellere Ladezeit haben als die Mitbewerber, die auf den darauf folgenden Plätzen liegen.

Was ist wichtiger Ladezeit oder Ihr Kunde?

Wenn man sich ansieht, woher Google seine Daten bekommt, merkt man schnell, dass die Google Experience Daten, also die Daten der Chrome Browser User, die der Verwendung zugestimmt haben, sehr viel zur Ladezeitanalyse beitragen. Was heißt das nun für Google? Ganz einfach, Ihre Website kann auch eine schlechte bis mittelmäßige Ladezeit von 3-5 Sekunden haben, wenn Google durch die Benutzerdaten merkt, dass Ihre Website trotzdem bei der Zielgruppe sehr gut ankommt wird sich dies definitiv nicht auf Ihr Ranking auswirken. Ist die Ladezeit aber auffallend schlecht, wiederum schon. Deshalb optimieren Sie Ihre Website bitte immer auf den Nutzer, wenn dieser eine rasend schnelle Seite erwartet, weil Sie wissen, dass er dort nur eine Telefonnummer oder Öffnungszeiten sucht, dann bieten Sie ihm diese. Wenn Sie aber beispielsweise ein Fotograf sind und Ihren Kunden Ihre neusten Fotos auf der Startseite präsentieren möchten und dadurch die Ladezeit erhöhen, dann wird dies kein negatives Licht auf Ihr Google Ranking durch eine längere Ladezeit werfen.

Wie lösen wir das Ganze?

Das Thema Ladezeit Optimierung ist wie das ausbalancieren einer Waage, zum Einen möchte man natürlich bei einer Website mit großartigen Grafiken und Animationen punkten, die den Kunden auf der Website eine tolle Nutzererfahrung bieten, andererseits soll er auf diese Erfahrung natürlich nicht länger als irgendwie nötig warten müssen. Wir haben gerade bei der Ladezeit einen sehr hohen Qualitätsanspruch an uns selbst. Jegliches Bild, dass Sie in einem CMS von uns hochladen wird über eine Schnittstelle zu einem Drittanbieter zur Bilderkomprimierung gesendet, der das Bild wesentlich kleiner macht ohne optische Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Skripte werden bei uns standardmäßig immer kombiniert und wenn möglich komprimiert. CDNs und optimierte Caching Einstellungen, sowie obligatorisch die neueste PHP Version unterstützen das Ganze ebenfalls. Wir sind der festen Überzeugung, dass man nicht empfehlen kann was man selbst nicht lebt und optimieren unsere eigene Website immer weiter. Testen Sie doch mal diesen Blogbeitrag auf seine Schnelligkeit.

Fazit

Optimieren Sie Ihre Website in Sachen Geschwindigkeit immer dann, wenn Sie sich sicher sind, dass der Nutzer davon profitiert und nicht, wenn Sie nur Google beeindrucken wollen.

Geschrieben von
Florian Werner