Google Chrome möchte langsame Websites kennzeichnen

・verfasst von Florian Werner


Langsame Websites sind nicht nur für uns als Internetuser ein Ärgernis, sondern auch für Suchmaschinen. Aus diesem Grund gehört die Ladezeit zu einem wichtigen Rankingfaktor für die Google Ergebnisse gerade auf den vorderen, heiß umkämpften Plätzen. Wir berichteten vor wenigen Monaten bereits über diesen Effekt. Was die Entwickler des Chrome Browsers nun vorhaben wird die Ladezeit noch einmal in einen ganz neuen Fokus stellen

Was ist das Chromium Projekt?

Das Projekt startete schon vor über 10 Jahren, nämlich im Jahre 2008. Ein großer Teil des Quellcodes des Google eigenen Chrome Browsers wird unter dem Namen Chromium als Open-Source-Projekt entwickelt und kostenfrei zur Verfügung gestellt. Im Vergleich zum Chrome Browser gibt es im Chromium Browser minimale Änderungen wie logischerweise das Branding des Browsers, aber auch einige wichtige Funktionen wie das automatische Browser-Update. Aber auch das Tracking und die systemweite Anmeldung in Google Diensten fehlen im reinen Chromium Browser, was natürlich aus Datenschutzgründen durchaus als positiv zu beurteilen ist. Falls Sie den Browser einmal testen möchten finden Sie den Downloadlink hier .

Wie erfolgt die Entwicklung von Chromium?

Chromium stellt die Basis vieler großer Browser dar. Neben dem bekanntesten Exemplar, dem Chrome Browser, stammen auch große Teile des Opera Browsers oder des, auf Samsung Smartphones vorinstallierten, Samsung Browser zu Chromium. Auch Microsoft verkündete bereits 2018 auf die Entwicklung einer eigenen Web-Engine in Zukunft zu verzichten und auf die Basis Chromium zu setzen. Die ersten Versionen hiervon sind bereits für 2020 angekündigt, was die Verbreitung dieser Browser-Basis natürlich noch einmal erheblich nach oben treiben wird. Uns als Webentwickler freut dieser Trend der Vereinheitlichung übrigens sehr, da dies die Entwicklung wesentlich einfacher macht, da die Diversifikation der Systeme vermieden wird. Beim Chromium Projekt arbeiten viele hundert Entwickler gemeinsam an der quelloffenen Code Basis des Browsers und entwickeln diesen ständig weiter. Die dabei entstehenden Versionen können entweder direkt heruntergeladen werden (Link siehe oben), oder dienen anderen Browsern als Basis.

Was wurde von den Chromium bzw. Google Entwicklern angekündigt?

Im hauseigenen Blog wurde unter der Überschrift “moving towards a faster web” erklärt, dass man in Zukunft langsame Websites als solche offensichtlich kennzeichnen möchte, sodass der Besucher auf den ersten Blick erkennen kann, dass er eine langsame Website besucht. Dies ist laut den Screenshots im Blogbeitrag aber keine Repräsentation der aktuellen Ladezeit, sondern vielmehr ein errechneter Durchschnittswert. Dies stärkt natürlich die Aussagekraft dieser Anzeige enorm. Umso gravierender wird dies in Zukunft für Unternehmen, mit langsamen Websites werden. Diese Darstellung wird wohl gleichzusetzen sein mit der Warnmeldung beim Absenden eines Formulars auf einer Website ohne SSL Schutz. Ein massiver Vertrauensschaden für das Unternehmen ist die Folge. In Zukunft soll das Ganze sogar so weit ausgebaut werden, dass die Entwickler des Browsers auch abhängig von Endgerät und verwendeter Internetverbindung diese Meldung anzeigen lassen wollen. So kann der Endkunde schnell sehen, dass eine Website auf seinem Smartphone langsam lädt, die normalerweise am Desktop bei schnellerer Verbindung eine gute Ladezeit hat. 

Wie sieht diese Anzeige aus?

Aktuell gibt es noch keine finale Aussage zu dieser Frage. Wahrscheinlich wird dies mittels einer vorgeschalteten Seite, einer sogenannten Splash-Page umgesetzt, welche sich beim Laden der Seite dem Benutzer zeigt. Eine solche Meldung zu übersehen ist für den Endkunden unmöglich und zeigt wie wichtig ein schnelles Web den Chromium Entwicklern ist. Schnelle Seiten werden übrigens nach aktuellem Informationsstand mit einem grünen Ladebalken hervorgehoben, um dem Endkunden gleich zu zeigen, dass er es mit einer sehr gut optimierten Website zu tun hat.

Warum wird die Ladezeit im Browser angezeigt?

Google möchte ein schnelles Internet, dies liegt leider aber nach wie vor meistens nicht am Webbrowser und dessen Performance, sondern an schlecht programmierten und umgesetzten Websites. Für den Unternehmer ist der Unterschied oft nicht ersichtlich, da die Websites “unter der Haube” optimiert sind. Merklich wird dies erst an höheren Absprungraten auf der Website, weniger wiederkehrenden Besuchern oder kurzen Verweilzeiten. Alles Punkte, die nicht nur der Interneterfahrung des Nutzers nicht gerade zuträglich sind, sondern auch Ihrem Unternehmen einen echten Schaden zufügen.

Wie kann man die Ladezeit seiner Website verbessern?

Bevor man beginnt seine eigene Seite zu optimieren, muss man zuerst herausfinden, wo es Probleme gibt. Hierfür empfehlen die Chromium Entwickler das Google eigene Page Speed Tool In der Google eigenen Lernwerkstatt erfahren Entwickler auch, wie sie eine Website schneller machen können.  Um es offen zu sagen, die konkreten Empfehlungen möchten wir Ihnen an dieser Stelle ersparen, da sie sehr technisch werden würden, aber testen Sie doch einmal den PageSpeed dieses Blogbeitrags und Sie wissen an wen Sie sich bei Fragen wenden können ;-)

Zusammenfassung

Ein konsequenter und richtiger Schritt in die richtige Richtung. Von schnelleren Websites profitieren wir alle. Langsame Websites als solche zu kennzeichnen ist mehr als sinnvoll, etwas anderes machen wir schließlich im Straßenverkehr auch nicht, denn nicht nur dort wollen wir schnell von A nach B.

Geschrieben von
Florian Werner