13 Gründe, warum Unternehmen im Social Media scheitern

13 Gründe, warum Unternehmen in Social Media scheitern


Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Pinterest und Co. sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. 85% aller Millennials zwischen 18 und 35 Jahren nutzen Social Media mehrmals die Woche. Genau in dieser Zielgruppe liegen die Wunschkandidaten für Bewerber der meisten Firmen. Was bietet sich also mehr an, als auch in diesen Kanälen präsent zu sein, in denen die Zielgruppe aktiv ist? Doch immer wieder scheitern Unternehmen daran, im Social Media echt Erfolge verzeichnen zu können. Die Frage ist: woran liegt das? Wir haben 13 Gründe gefunden, die unserer Meinung nach am meisten für das Scheitern verantwortlich sind.

Keine Ziele

Bevor sich ein Unternehmen in die sozialen Medien begibt, gilt es erstmals ganz klar die Ziele dieser Aktion zu definieren. Jeder Einsatz, sei es geldlicher oder zeitlicher Natur sollte sich für Unternehmen mit einem höheren Return on Investment rechnen. Doch so einfach diese Rechnung beim Kauf einer neuen Maschine ist, so schwer ist sie bei der Investition in Social Media. Meist wird doch "nur" Zeit investiert, aber vergessen Sie nicht. Auch die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter kostet viel Geld. Oft sogar bedeutend mehr als sie vermuten, da eine undefinierte und ziellose Social Media Kampagne meistens auf die persönlichen Ziele des betreuenden Mitarbeiters ausgelegt ist. Das kann gut sein, muss es aber nicht. In der Praxis sehen wir dann hochprofessionelle B2B Unternehmen, mit "wunderschön" gestalteten Instagram Posts, die schon fast "süß" wirken, weil der Social Media Beauftragte des Unternehmens einfach gerne seine nebenbei erworbenen Grafikkünste zeigen möchte. Verstehen Sie mich nicht falsch, das klingt evtl. provokativer als es soll, aber genau das ist die Realität in vielen Social Media Profilen von B2B Unternehmen.

Was gilt es also zu tun? Definieren Sie ganz klar die Ziele, die Sie mit Ihrem Social Media Auftritt verfolgen. Dies können gerne mehrere sein. Oft ist es eine Imagesteigerung des Unternehmens, die Gewinnung von Neukunden oder die Ansprache neuer Bewerber. Es können aber auch gerne kleiner gesteckte Ziele sein, wie beispielsweise die Steigerung der lokalen Bekanntheit in der eigenen Heimatstadt. Arbeiten Sie die konkreten Ziele heraus und richten Sie Ihr Tun und Handeln bei allen Social Media Aktivitäten hierauf aus.

Unumgänglich im Social Media Bereich ist eine gut durchdachte Strategie

Fehlende Strategie

Direkt nach dem häufigen Fehler der fehlenden Ziele kommt die fehlende Strategie. Um ein Ziel zu erreichen, und dies auch auf dem besten und effizientesten Weg, gilt es eine konkrete Strategie zu erarbeiten und dieser auch treu zu bleiben. Gerade im Social Media Bereich sieht man häufig einen Startspurt gepaart mit viel Anfangsenthusiasmus, welcher dann aber nach einigen Wochen oder Monaten abflacht. Im Laufsport gibt es den Spruch "slow and steady wins the race" und wir wagen zu behaupten, dass diese Strategie auch im Social Media Bereich sehr oft aufgeht. Teilen Sie sich Ihre Energie und Ihre Posts gut ein, aber seien Sie konsequent in Ihrer Ausführung. Wenn Sie einmal in der Woche einen Mitarbeiter Mittwoch initiiert haben, an welchem Sie Ihre Mitarbeiter vorstellen, dann bleiben Sie diesem treu, auch wenn die ersten Posts noch eine kleine Reichweite haben werden. Die besten Social Media Profile überzeugen durch gelebte Konsequenz. Man nutzt für bestimmte Posts immer die gleichen Uhrzeiten, damit sich die Fans schon darauf freuen können. Man hat seinen eigenen Posting-Stil, dem man die Treue hält und probiert nicht jede Woche das Rad neu zu erfinden.

Richten Sie dabei Ihre Strategie immer auf Ihre Ziele aus; hier gilt es zu erarbeiten, welche Inhalte diese Zielgruppe anspricht und welche Bereiche Ihres Unternehmens für Ihre Zielgruppe interessant sind. Seien Sie dabei nicht zu werberisch, sondern überzeugen Sie durch hochwertige Inhalte und Knowhow. Social Media ist keine Werbeplattform, über welche Sie eine Werbebotschaft nach der anderen verbreiten sollten, sondern ein Kanal, über welchen Menschen und Unternehmen sich verbinden sollen. Handeln Sie danach und seien Sie konsequent in der Umsetzung.

Seien Sie authentisch und setzen Sie sich keine Maske auf

Authentisch sein

Unternehmen sind in der heutigen Zeit so transparent wie nie zuvor. Eigene Darstellungen eines Unternehmens können binnen kürzester Zeit vom Endkunden auf verifiziert werden. Die Darstellung als bester Arbeitgeber der Region beispielsweise kann von Kunden binnen weniger Sekunden in Portalen wie kununu.com auf dessen Wahrheitsgehalt hin überprüft werden. Unser Rat an dieser Stelle: Seien Sie authentisch. Zeigen Sie sich im Social Media Bereich so, wie Sie wirklich sind. Setzen Sie sich keine Maske auf und demonstrieren Sie keine Größe, die Sie nicht haben. Sollten Sie ein Start-up sein, zeigen Sie dies und seien Sie stolz darauf. Lassen Sie Kunden an Ihrem Wachstum teilhaben.

Oft zeigt sich fehlende Authentizität übrigens an dem Wörtchen "wir". Einzelunternehmer, die als Selbstständige ein Ein-Mann-Unternehmen bilden und als solches starten, nutzen gerade in Social Media Kanälen gerne das Wörtchen "wir" um eine gewisse Firmengröße zu suggerieren. Auch hier gilt: seien Sie authentisch. Ihre Kunden werden spätestens zum Projektende sowieso bemerken, dass Sie eine One-Man-Show sind. Ist dies schlimm? Nein! Ganz im Gegenteil, Ihr Kunde hat Sie gewählt, weil Sie sich gut präsentiert haben und Ihre Leistung ihn überzeugt hat. Seien Sie im Social Media Bereich ein reales Spiegelbild Ihrer selbst und lassen Sie den Kunden an Ihrem Alltag teilhaben, so wie er wirklich ist. Gekaufte Bilder sollten in Social Media Plattformen übrigens nichts verloren haben. Ganz abgesehen davon, dass ein Upload meist eh eine rechtliche Problematik in den meisten Social Media Plattformen darstellen würde, sind diese Fotos für den Endkunden sehr schnell als solche erkennbar. Solche Fotos zerstören das Vertrauen in Ihr Unternehmen und schrecken potenzielle Neukunden ab. Nutzen Sie eigene Fotos, auch wenn diese natürlich nicht auf dem Niveau eines Profifotografen sind.

Be social, act social

Eine Social Media Plattform ist ein bidirektionaler Kommunikationskanal. Das heißt, dass Sie über diesen nicht nur mit Ihrer Zielgruppe kommunizieren können, sondern Ihre Zielgruppe natürlich auch mit Ihnen. Was bedeutet das im Sinne auf potenzielle Fehler, die Unternehmen im Bereich Social Media oft machen? Einfach gesagt wird der Rückkanal vergessen. In der Praxis sieht dies oft so aus, dass viele Kommentare von Usern unbeantwortet zurückbleiben. Statt in eine Konversation einzutreten, werden diese ignoriert oder eventuell übersehen. Seien Sie sich immer bewusst, dass dies natürlich auch von allen anderen Nutzern gesehen werden kann. Kritische, aber auch positive Kommentare und/oder Bewertungen gilt es zu beantworten. Bringen Sie Ihrem Kunden die Wertschätzung gegenüber, die er sich für den Einsatz seiner Zeit verdient hat.

Beobachten Sie aber auch, was außerhalb Ihres eigenen Profils passiert. Gerade die Option, sich an einem Ort zu markieren oder mit einem kommunizierten Hashtag in anderen Profilen das eigene Unternehmen einbinden zu lassen, ermöglichen eine ungeheure Reichweite in den sozialen Medien. Hierbei ist ein gutes Monitoring wichtig. Dies kann händisch geschehen, in dem Sie täglich die relevanten Orte auf neue Inhalte hin überprüfen oder mittels automatischer Tools, die das für Sie übernehmen und Sie benachrichtigen, wenn ein User mit Ihrem Unternehmen in Verbindung tritt.

Social Media misstrauen

Social Media Plattformen benötigen vom User viel Vertrauen, schließlich pflegt man in diesen sehr persönliche Informationen und Daten. Diesen Plattformen zu misstrauen, ist deshalb mehr als verständlich. Um in einem Social Media Portal Erfolg zu haben ist es deshalb essenziell, dieser Plattform auch zu vertrauen. Tun Sie dies nicht, wird das Ihr Kunde spüren. Ihre Zielgruppe wird merken, dass Sie eigentlich gar nicht auf dieser Plattform sein wollen. Nutzen Sie deshalb nur Plattformen, denen Sie auch vertrauen.

Zu wenig Zeit

Ein erfolgreiches Profil in Social Media Portalen aufzubauen beansprucht Zeit, keine Frage. Wie jedes andere Medium, dass Sie mit Ihrem Unternehmen mit Inhalten bespielen möchten, müssen diese auch im Social Media erst kreiert werden. Kommentare müssen beantwortet werden und Strategien müssen erarbeitet werden. Dies geht nicht nebenbei. Selbst eine kleine Social Media Präsenz benötigt etwa zwei Stunden Zeit pro Woche; wenn Sie eine Instagram und eine Facebook Seite betreiben sind dies schon vier Stunden. Zusätzlich noch eine XING und eine LinkedIn Seite, ist es schon ein ganzer Arbeitstag pro Woche. Dies sind aber kleine Profile mit ein bis zwei Posts pro Woche. Je größer ein Profil, umso mehr Ressourcen sind nötig, um die Inhalte mit einer entsprechenden Qualität erstellen zu können. 

Unterschätzen Sie bitte den zeitlichen Aufwand für ein Social Media Profil nicht. Der Aufwand ist gut investiert, keine Frage. Nichtsdestotrotz ist es ein Punkt, den Sie bei der Planung Ihrer internen Ressourcen im Auge behalten müssen.

Zu viel Zeit

Wir haben lange überlegt, ob wir diesen Punkt in unsere Liste der häufigsten Fehler aufnehmen sollten, aber haben uns schlussendlich für ein klares Ja entschieden. Was meinen wir hiermit? Nun ganz einfach, wir beobachten gerade bei vielen Start-ups, dass sie sehr viel Zeit in Social Media Plattformen investieren. Was grundsätzlich nicht falsch ist, aber bei einem falschen Verhältnis im Vergleich zu anderen Werbekanälen und Medien schnell zu einem wesentlich kleineren Erfolg führen kann, als dieser theoretisch möglich wäre. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, das Investment in Werbung ist meist eine gute Sache, aber wichtig ist, dass aus jedem Euro, den Sie investieren, mindestens 1,01 € wieder herauskommt. Dies kann natürlich gerade beim Brand- bzw. Imagebuilding oft erst Jahre später sein. Wichtig ist nur, dass Sie das im Blick haben. Auch jede investierte Minute sollte kritisch in ein monetäres Investment umgerechnet werden. Nur so wissen Sie, ob Sie nicht vielleicht zu viel Zeit in Ihre Social Media Profile stecken.

Kein Budget für Social Media Marketing

Ein organischer Aufbau eines Profils in Social Media Plattformen ist natürlich wünschenswert. Organisch bedeutet, dass sich Ihre Seite von selber verbreitet und interessierte Zielgruppe von selbst auf Ihr Unternehmen kommen. Diese Form des Wachstums ist die monetär günstigste Variante, da sie dafür lediglich die kostenfreien Funktionen der Social Media Portale nutzen müssen. Leider ist dies aber auch Weg, der gewisse Grenzen aufweist. Die Seite wird oft nur Freunden von Fans empfohlen, was das Wachstum beschränkt. Für einen schnellen Aufbau eines Profils ist das Investment in Social Media Marketing unumgänglich. Durch bezahlte Anzeigen, die genau auf Ihre Zielgruppe abgestimmt sind, erreichen Sie schnell die User, die Sie auch erreichen möchten. Auch gelingt Ihnen nur mit dem Einsatz von Social Ads der Einsatz von ReMarketing Kampagnen und Look-a-like-Audiences. 

Falsche Erwartungen

Falsche Erwartungen an Social Media Plattformen führen oft zu Frust in Unternehmen und sind ein sehr häufiger Grund für das Scheitern eines Unternehmens innerhalb eines sozialen Netzwerkes. Oft beirrt durch falsche Erfolgsstorys oder den Vergleich mit Unternehmen aus völlig anderen Branchen, hat man Erwartungen an seine Social Media Profile, die man schlicht nicht erfüllen kann. Konkrete Umsatzsteigerungen oder eine Steigerung von Bewerbungen lassen sich oft erst nach Monaten oder gar Jahren feststellen. Setzen Sie die Erwartungen an Ihren Social Media Auftritt realistisch. Analysen Sie den Markt und Ihre Mitbewerber. So erhalten Sie ein realistisches Bild des theoretisch Möglichen.

Kein Social Recruiting

Neben B2C, B2B ist natürlich auch der B2E-Part ganz entscheidend für die Strategie in sozialen Netzwerken. B2E bezeichnet den Weg vom Unternehmen zum Angestellten (Business to Employee). Hierbei sollten Sie gerade das Ziel, neue Bewerber zu finden, ganz nach oben auf Ihre Wunschliste setzen, denn diesem Ziel werden soziale Medien sehr schnell gerecht. In keinem anderen Medium unserer Zeit tummeln sich mehr junge Menschen als in den sozialen Netzwerken. Kein anderes Medium wird so viel konsumiert wie dieses, auch ohne, dass der User auf der Suche nach einem neuen Job ist. Machen Sie sich interessant, geben Sie Einblicke und machen Sie so neue Bewerber auf sich aufmerksam. Mehr zum Thema Social Recruiting erfahren Sie hier .

Unpassende Plattform

Ein großes Problem in der heutigen Zeit ist die Fülle an sozialen Netzwerken. Ist man kein Digital Native, kann man hier schnell durcheinander kommen und sich in den Weiten des World Wide Webs verirren und sich für die falschen Netzwerke entscheiden. So beginnen gerade viele Unternehmen damit, einen TikTok-Account zu erstellen, um die Nutzer des chinesischen Netzwerks für sich zu begeistern. Doch sieht man sich einmal die Zielgruppe der aufstrebenden App an, wird schnell deutlich, dass dies eine sehr junge Generation ist, die ihre Zeit hier verbringt. Diese kann für manche Unternehmen absolut ungeeignet sein.

Ähnliche Problematik findet sich bei Instagram wieder. Das seit 2012 zu Facebook gehörende Netzwerk lebt von Fotos und Videos. Sollte Ihr Unternehmen aber kaum mit Fotos werben, ist dies eindeutig die falsche Plattform.

Statistiken keines Blickes würdigen

Es gibt gerade in den sozialen Netzwerken unglaublich viele Statistiken. Sie können jederzeit die Performance Ihres Profils prüfen und entscheiden, ob Sie mit Ihrer Strategie auf dem richtigen Weg sind. Dabei ist vor allem die Statistik in Instagram, wann Ihre Fans am meisten aktiv sind, eine der interessantesten. Diese sollten Sie regelmäßig prüfen und Ihre Strategie daraufhin anpassen. Auch die Reichweite der einzelnen Beiträge gibt Ihnen viel Aufschluss darüber, welche Inhalte bei Ihrer Zielgruppe ankommen und ankommen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Sie können nämlich auswerten, welche Reichweite Ihr Post hat, also ob Ihr Beitrag für den User auch sichtbar ist. Und Sie können auswerten, wie viele Reaktionen Sie auf einen Beitrag erhalten haben. All das hilft Ihnen in Zukunft mehr Beiträge zu generieren, die Ihren Kunden wirklich interessieren.

Fehlende Geduld

Doch all dies funktioniert nur, wenn Sie auch Geduld mit sich bringen. Ein Social Media-Profil ist schnell erstellt, doch um eine authentische und organische Reichweite zu generieren, braucht es vor allem eins: Zeit. Kein Influencer der heutigen Zeit ist von heute auf morgen um Millionen Follower reicher geworden. Und genau so ist es auch mit Unternehmen. Bleiben Sie Ihrer Linie treu und ändern Sie keinesfalls Ihr Konzept, nur weil Sie aktuell weniger Likes oder Follower bekommen. Der Algorithmus der Plattformen, speziell der von Facebook und Instagram, wird ständig angepasst und dies kann dazu führen, dass Ihr Unternehmen in einer Woche mehr Leuten angezeigt wird als in der darauffolgenden Woche. Eine genaue Auswertung Ihrer Profile können Sie in der Regel nach drei bis vier Monaten vornehmen.