Ich hab doch nichts zu sagen ?!

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Vielleicht kennen Sie das, es gibt Branchen und Firmen, denen scheinen die Themen in den Sozialen Medien regelrecht zu zu fliegen. Jeden Tag ein neuer spannender, interessanter oder lustiger Post, der dann auch noch zum Liken oder teilen animiert. In machen Branchen ist das einfacher als in anderen, werden Sie vielleicht das ein oder andere mal gedacht haben und das trifft zum Teil natürlich zu. Gerade im B2B Bereich bzw. In der Industrie ist es oft so, dass Sie vielleicht großartige Projekte haben, von denen Sie erzählen möchten, aber aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarung einfach nicht dürfen.

Die Frage stellt sich also: Was soll man posten, wenn man seine Projekte nicht zeigen darf? Vier Tipps dazu finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Die Zielgruppe

Am Anfang jeder Marketingstrategie sollten Sie sich überlegen, wer Ihre Zielgruppe ist. Bestimmen Sie diese möglichst genau anhand verschiedener demographischer, aber auch emotionaler Merkmale. Sie könnten potentiell drei Zielgruppen haben in den Sozialen Medien. Zum Ersten natürlich Ihre Kunden bzw. Unternehmen, die idealerweise irgendwann Ihre Kunden werden könnten. Zum Zweiten aber auch neue Fachkräfte, denn diese sind die Kunden Ihrer Personalabteilung und zum Dritten themeninteressierte User, die aktuell kein Kunde sind oder werden könnten, aber das Potential für Empfehlung haben.

Takeover

Sie wissen nicht genau, was Sie in Facebook, Instagram, XING und co posten sollen? Mit diesem genialen Tipp müssen Sie das auch nicht. Beim sogenannten „Social Media Takeover“ stellen Sie am Anfang einer Woche ein Team aus 2-5 Mitarbeitern vor. Diese Kollegen erhalten in dieser Woche alle Redakteursrechte an Ihren Accounts und dürfen sich austoben (natürlich innerhalb bestimmter Grenzen). Sie erstellen Postings, machen Stories, erstellen Live Videos und beantworten Fragen der Community. Der massive Vorteil dabei für Sie als Unternehmen ist, dass Sie authentisch bleiben. Sie vermitteln Nähe zu Ihren Mitarbeitern und Offenheit gegenüber anderen. Ein kleiner Gewinn nebenbei ist oft, dass sich so sehr schnell Mitarbeiter finden, mit dem nötigen Gespür für guten Content. Diese Mitarbeiter könnte man somit langfristig in die Social Media Strategie Ihrer Firma einbinden.

Follow Friday

Der "Follow Friday" ist eine tolle Idee, wenn Sie Ihrer Zielgruppe gerne andere Seiten und Profile empfehlen möchten, bei denen ein „Gefällt mir“-Klick gut aufgehoben ist. Ihre Zielgruppe hat immer Interesse an guten Inhalten aus Ihrer Branche (falls nein, haben Sie evtl. bisher die falsche Zielgruppe angesprochen). Zeigen Sie Ihnen deshalb Freitags andere Social Media Seiten und erklären Sie worin der Vorteil für Ihre User liegt, diesen Accounts zu folgen. Präsentieren Sie zum Beispiel eine Fachzeitschrift, die regelmäßig gute Inhalte platziert. Kommunizieren Sie dies auch in Ihrem Post. Vorteil nebenbei, Sie schaffen sich natürlich auch beim verlinkten Unternehmen eine gewisse Aufmerksamkeit und wer weiß, vielleicht revanchieren sich diese einmal mit einem Post zu Ihrem Unternehmen.

Hinter den Kulissen

Lassen Sie Ihre Zielgruppe hinter die Kulissen Ihres Unternehmens blicken, dass ist für viele viel spannender, als Sie vielleicht denken. Sie könnten zeigen, wie die Arbeitsplätze Ihrer Mitarbeiter aussehen, was in der Kantine vor sich geht oder wie eine interne Schulung abläuft. Erstellen Sie einen authentischen Einblick in Ihr Unternehmen und lassen Sie die Zielgruppe tief blicken. Veraltete Glaubenssätze wie „so verrate ich ja meiner Konkurrenz, wie es bei mir aussieht“ haben im Social Media Zeitalter größtenteils ausgedient. Offenheit wird in der aktuellen Zeit weitaus mehr belohnt als Verschwiegenheit und Geheimniskrämerei. Das heißt nicht, dass Sie Ihre Firmengeheimnisse auf Facebook posten sollen, aber was spricht dagegen zum Beispiel mal den Tag eines Außendienstmitarbeiters über Facebook oder Instagram zu begleiten? Zeigen Sie Ihren Kunden, welche sympathischen Menschen bei Ihnen arbeiten. Wir persönlich finden einen Vergleich immer wieder sehr zutreffend: Social Media ist wie ein Stammtisch - bei den Geschichten, bei denen man Ihnen früher schon an den Lippen hing, werden auch heute noch die Fans Ihrer Social Media Accounts gespannt vor dem Smartphone sitzen.

Ein Tag aus der Sicht von …

Diese Serie kennen Sie bestimmt von unserer Facebook Seite bzw. aus unserem Blog. Dutzende Male sind unsere Kollegen nach Ihren Postings darauf angesprochen worden. Die Serie hat und hatte eine enorme Reichweite. Das Geheimnis dieser Serie ist, sie ist authentisch. Unsere Mitarbeiter erstellen einen Blogpost, wie ein typischer Arbeitstag bei uns in der Werbeagentur abläuft. Wann stehen Sie auf, wann kommen Sie zur Arbeit, was machen Sie dort, wann gehen Sie heim … a ll das wurde ihnen weder in den Mund gelegt, noch ist es an den Haaren herbeigezogen. Es entstammte den Fingern unserer Kollegen. Der Vorteil dabei ist, Sie können im Karriere Bereich Ihrer Website soviel über flexible Arbeitszeiten schreiben, wie Sie wollen. 100% authentisch wird es erst, wenn Ihre Mitarbeiter davon berichten. Auch nicht zu unterschätzen ist die Wirkung auf Ihre Kunden, Sie lernen die Person hinter der freundlichen Stimme am Telefon genauer kennen. Ein Interesse, welches tief in uns Menschen verankert ist. Wir interessieren uns für andere Menschen und wir möchten wissen, wie diese ticken und was diese bewegt. Diese Serie muss übrigens nicht zwangsläufig mit dem letzten Mitarbeiter enden. Gerne können Sie diese Serie in wenigen Jahren wiederholen. So zeigen Sie Ihrer Zielgruppe auch, wie Sie sich als Firma weiterentwickeln und wir Ihre Kollegen jeden Tag ein Stückchen besser werden.

Fazit

Das waren vier Tipps zur Frage „Was poste ich, wenn ich nichts zu sagen habe“. Jedes Unternehmen ist natürlich individuell und nicht jede Taktik passt zu jeder Firma, aber diese vier Ideen sind verallgemeinernd gesprochen für fast jeden umsetzbar und bringen viel Reichweite und Engagement (Aktionen Ihrer Zielgruppe im Social Media Bereich). Und bitte geben Sie nicht zu schnell auf, die Algorithmen der Plattformen brauchen einen Moment, bis Ihre Seite die nötige Reichweite für guten Content generiert. Wenn Sie bisher eher "Engagement-schwache" Beiträge hatten, also Beiträge, die Ihre Zielgruppe eher weniger zum Liken oder Kommentieren animiert hat. Facebook und Co. lernen, welche Seiten guten Inhalt erstellen, der bei den Usern gut ankommt. Wenn Sie seit neuestem dazu gehören, geben Sie Facebook ein bisschen Zeit Sie als tollen „Autor“ kennenzulernen. Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei.