Marketing für die Generation Z

・verfasst von Florian Werner

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Die Generation Z ist der Nachfolger der Generation Y bzw. der sogenannten Millenials, die rund um die Jahrtausendwende aufgewachsen sind. Z bezeichnet, wie das Alphabet schon vermuten lässt, die darauf folgende Generation. Für das Geburtsjahr gibt es viele Definition, von denen keine verbindlich ist. Zur Vereinfachung kann man sagen, dass man als Generation Z all diejenigen bezeichnet, die rund um die Jahrtausendwende geboren wurden. Damit sind sie nach Generation Y auch die zweite Generation, die von Anfang an mit Computer und dem Internet zu tun hatten. Ganz besonders aber mit Smartphones. Die Generation Z wuchs von Anfang an mit Smartphones oder Featurephones auf und hat deshalb ganz andere Gewohnheiten und Nutzungsverhalten als die Generation vor ihr.

Im folgenden wollen wir uns die Herausforderungen und Probleme anschauen, vor die Marketer mit der Generation Z stehen bzw. stehen werden.

Hallo hier bin ich - Aufmerksamkeit und die Generation Z

Die Aufmerksamkeit der Generation Z zu bekommen ist eine der größten Herausforderungen für das Marketing. Diese Zielgruppe wuchs, anders als alle anderen Generationen vor ihr, schon zum großen Teil mit digitalen Inhalten auf. Sie haben von Anfang an gelernt, Werbung in digitalen Medien zu erkennen und diese auszublenden. Wenn Sie Kinder im Alter der Generation Z haben, beobachten Sie mal, wie diese im Vergleich zu Ihnen durch Facebook oder Instagram scrollen. Werbeanzeigen, werden von diesen sofort als solche erkannt und gekonnt “überscrollt”.

Diese sogenannten Relevanzfilter sorgen in deren Köpfen dafür, dass Sie von der schieren Flut an Informationen nicht überfordert werden. Interessant ist dabei übrigens zu beobachten, wie Informationswelten, mit denen eine ältere Generation aufgewachsen ist für die Generation Z teilweise ein Problem darstellt. Ein schönes Beispiel hierfür sind Nachrichten. Während eine ältere Generation noch mit gedruckter Zeitung aufgewachsen ist und es gewohnt war, dass verschiedene Redakteure verschiedene Meinungen zu ein und derselben Nachricht haben können, ist dies für die Generation Z gar nicht so leicht zu unterscheiden, da diese es gewohnt ist, Inhalten, die sie über Google finden, zu vertrauen.

Mich interessiert nur, was mich interessiert

Die Generation Z weiß aber ganz genau, was für sie interessant ist und was nicht. Das ist auch wichtig, denn sonst wüsste sie in der Informationsflut des Netzes gar nicht, worauf sie sich konzentrieren soll. Das faszinierende dabei ist, allerdings, dass dabei die digitale Welt gar nicht so ausschlaggebend ist, wie man eigentlich denken könnte. Ganz im Gegenteil, das Umfeld bestimmt sehr stark, welche Inhalte relevant oder angesagt sind. Mit ein Grund, warum Influencer, also Menschen in sozialen Medien mit vielen Tausend Fans, ein so wichtiger Bestandteil in der Marketingstrategie vieler Firmen geworden sind.

Wie motiviert man eigentlich die Generation Z für eine Sache? Hier ein kurzer Überblick:

  • 87% lassen sich durch Spaß motivieren
  • 79% durch Leidenschaft
  • 75% durch Geld
  • 64% soziales Engagement
  • 64% Anerkennung

Arbeiten mit Influencern

Das bringt uns gleich zum nächsten Punkt. Um mit der Generation Z in Kontakt zu kommen und in deren Fokus, ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, welche Idole diese haben. Eine Bandbreite an Idolen, die die Werte dieser Zielgruppe repräsentieren, kann Unternehmen gerade bei der Generation Z zum Durchbruch verhelfen. Influencer ist dabei aber nicht Influencer. Gerade das Thema Authentizität ist dabei von enormer Bedeutung. Die Gen Z, wie die Generation Z abgekürzt heißt, kann sehr wohl unterscheiden, ob dies eine rein bezahlte Partnerschaft mit einem Unternehmen ist, oder ob sich der Influencer wirklich für das Produkt interessiert oder gar begeistert.

Alles muss dokumentiert werden

Die Generation Z wuchs nicht nur mit Smartphones auf, sondern vor allem auch mit Social Media. Seit diese Kinder ein digitales Gerät besaßen konnten Sie über Social Media neue Freunde finden und jederzeit mit der ganzen Welt kommunizieren. Dies bedeutet aber auch, dass die Gen Z jeden noch so kleinen Teil Ihres Lebens dokumentiert. In welchem Medium diese Bilder dann landen ist unterschiedlich und verteilt sich wohl auf die großen Netzwerke wie Instagram und WhatsApp. Als Unternehmer ist für Sie nur wichtig, dass Sie wissen, das diese Zielgruppe sich so verhält, weil sie es von Kindheit an so gelernt hat.

Als Unternehmer können Sie sich diese Eigenschaft natürlich zu Nutze machen und z.B. eigene Hashtags in Ihrem Marketing kommunizieren, um Posts, die unweigerlich sowieso zu Ihrem Unternehmen entstehen werden, in den Tiefen von Instagram wiederzufinden und darauf zu reagieren. Seien Sie sich natürlich auch darüber bewusst, dass schlechte Dinge wesentlich schneller festgehalten werden. Gerade dieser “Dokumentationszwang” macht es Marketern doch wieder relativ leicht an die Zielgruppe der Generation Z heranzutreten und Inhalte zu schaffen, die diese Gruppe gerne verbreitet. 

Welche Social Media Kanäle nutzen eigentlich die jungen Menschen? Hier ein kurzer Überblick:

  • 97% nutzen WhatsApp
  • 68% nutzen E-Mail
  • 65% nutzen Instagram
  • 62% nutzen Snapchat
  • 54% nutzen Facebook

Seien Sie da, wo sie sind

Die Generation Z hat gerade im Web andere Orte für sich entdeckt als die etwas ältere Generation. Für das Marketing ist es wichtig diese Orte auch zu kennen und sich ebenfalls darin aufzuhalten. Dies geht je nach spezifischer Zielgruppe auch weit über die allgemein gängigen Social Media Portale wie Instagram, WhatsApp, Snapchat und co hinaus. Mit Telonym, Twitch oder Slack sind hier mal einige Beispiele genannt.

Wenn Sie nicht wissen, welche Portale gerade bei Ihrer jungen Zielgruppe angesagt sind, fragen Sie einfach. Die persönliche Frage an den Kunden ist ein so oft unterschätztes Instrument im Marketing. Dies könnte man z.B. über Umfragen erreichen, die ein kleines Geschenk nach sich ziehen, so wie das die großen Fast Food Ketten gerne machen. Seien Sie kreativ und seien Sie dann dort, wo Ihre persönliche Generation Z ist.

Storytelling

Die Generation Z liebt es Geschichten zu hören. Damit sind sie natürlich nicht alleine, denn wir Menschen lieben dies allgemein sehr. Im Marketing legt aber die Gen Z einen besonderen Wert darauf, dass sich eine gewisse Story durch das Marketing eines Unternehmens zieht. Posts auf Instagram Seiten z.B. sollten aufeinander aufbauen. Eine gesichtslose Firma ohne Story dahinter ist für die Gen Z nicht authentisch. Das bringt uns auch gleich zum nächsten Punkt.

Seien Sie transparent & authentisch

Dieser Punkt ist der wohl wichtigste Punkt, den man im Marketing bei der Generation Z beachten sollte bzw. beachten muss. Diese Generation ist es gewohnt, Sachen, die sie nicht weiß einfach in das nächste elektronische Gerät zu tippen und binnen Sekunden das gesamte Wissen der Menschheit nur einen Mausklick entfernt zu haben. Gerne googelt diese Generation auch mal nach den Hintergründen hinter einer scheinbar positiven PR Meldung und forscht selbstständig nach. Seien Sie sich dessen stets bewusst und seien Sie als Unternehmen authentisch. Authentische Marken und Unternehmen wirken aber eine große Anziehungskraft auf die Generation Z aus. Das sieht man aktuell sehr schön im Modebereich. Große und etablierte Marken werden von der jungen Generation nicht mehr geschätzt, weil sie spürt, dass dies eine Maske ist, die man aufsetzt, um ihnen zu gefallen. Junge, authentische Labels, bei denen man die Menschen dahinter sieht, erleben dazu im Gegensatz oft einen Hype.

Zusammenfassung - Marketing für die Generation Z

Wie jede neue Generation hat auch die Generation Z ihre Eigenheiten. Dies wird meistens durch die Art und Weise geprägt, wie wir aufwachsen und wie wir Marketing in unserer Kindheit erleben. Der Generation Z sehen wir jedoch sehr positiv entgegen, denn es sind extrem engagierte, intelligente junge Menschen, die Dinge hinterfragen und Authentizität schätzen. Was kann man sich mehr wünschen.

Geschrieben von
Florian Werner