So erhält Ihre Werbung mehr Aufmerksamkeit

・verfasst von Florian Werner


Tagtäglich erblicken wir hunderte Werbebotschaften, die allesamt um unsere Aufmerksamkeit werben. Mittlerweile sind wir gegenüber Werbeanzeigen eher abgestumpft. Der Mensch lernt Sinnesreize, wenn Sie für ihn nicht relevant sind auszublenden oder spüren Sie gerade in diesem Moment die Hose, die Sie vermutlich gerade tragen? Bis kurz vor diesen Zeilen war dies wahrscheinlich nicht der Fall, jetzt wo Sie sich darauf konzentrieren, spüren Sie den Bund an Ihren Hüften, sie spüren die Stellen, an denen Ihre Hose aufliegt und die Stellen, die vielleicht etwas spannen. Alles Reize, die Sie vor nicht einmal 20 Sekunden völlig ausgeblendet haben. Unser Gehirn ist ein wahres Wunderwerk in der Filterung von Informationen. Nur so kann es trotz seiner ungeheuren Rechenleistung im Alltag mit abertausenden Sinnesinformationen gleichzeitig umgehen.

Für uns im Marketing bedeutet dies aber harte Arbeit, wir müssen diesen erlernten Filter für Werbung umgehen, den Nutzer, also unseren potenziellen Kunden fesseln und ihn in unseren Bann ziehen. Wenn Sie eine Ausbildung oder ein Studium im Marketing Bereich absolvieren, lernen Sie sehr schnell das AIDA Prinzip kennen. Was nach Kreuzfahrt klingt, hat damit aber nichts zu tun. Es geht um ein Prinzip, welches hinter den verschiedensten Marketinginstrumenten, wie Fernsehwerbung, Printwerbung, Websites und co. stehen sollte. Die Abkürzung AIDA steht für “Attention Interest Desire Action”. Zum Schluss einer jeden Anzeige soll die “Action” stehen, also der konkrete Handlungsaufruf. Dieser wird oft klar formuliert und lautet “jetzt kaufen”, “jetzt vorbestellen” etc. Vor der Handlung soll das Verlangen erzeugt werden. Dies kann z.B. mit einer Begrenztheit der vorhandenen Stückzahl erreicht werden oder mit einer besonders attraktiven Darstellung, einer Branding-Strategie oder ähnlichen Möglichkeiten. Vor dem Verlangen steht der “Interest”, der Kunde soll sich mit der Anzeige auseinandersetzen wollen, weil es sein Interesse weckt. Die Kunst in unserer aktuellen Zeit, in der wir immerwährend von Werbung umringt sind, ist der erste Teil: “Attention”. Es gibt ein hohes Maß an Widerstand Werbung freiwillig zu konsumieren. Dies zeigt sich schon daran, wie automatisch viele Menschen bei einem 5 Minuten Werbeblock im Privatfernsehen zum nächsten Sender wechseln.

Um dieser sogenannten Aufmerksamkeitsvermeidung zu entgehen, gibt es aber einige Tipps, die wir Ihnen an die Hand geben möchten.

Provokation

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und selten auf der Suche nach so vielen neuen Informationen, wie ihm in jedem Moment im Marketing, das ihn umgibt, begegnen. Eine gute Taktik für eine erhöhte Aufmerksamkeit ist somit zu provozieren. Das kann durch einen Kampagnen-Slogan geschehen, der mit einem Vorurteil spielt oder durch eine besondere Bildsprache. Die Erwartungen des Kunden an die Werbung werden dabei bewusst verletzt, wie bei einem Witz, der auch aufgrund einer Überraschung am Schluss ein Lächeln auf unsere Lippen zaubert.

Zielgruppe

Am empfindlichsten sind wir natürlich für Werbung für Produkte oder Dienstleistungen, die wir gerade benötigen. Somit ist ein entscheidendes Kriterium dafür, ob Ihre Werbung im Kopf bleibt oder nicht, ob Sie die passende Zielgruppe erreichen. Eine Zielgruppe, die grundsätzlich kein Interesse an der angebotenen Leistung/Sache hat, wird per se schwerer zu erreichen sein, als eine eine hochinteressierte Zielgruppe.

Das richtige Medium bzw. die richtigen Medien

So wichtig wie die richtige Zielgruppe ist die Wahl des richtigen Mediums. Entscheiden Sie sich für Medien, die natürlich von Ihrer Zielgruppe konsumiert werden und entscheiden Sie sich für das Medium, dass zur Sprache Ihres Unternehmens passt. Sie führen ein B2B Versicherungsmaklerbüro? Dann richten Sie Ihre Medienwahl auch auf die Medien aus, die im Unternehmenskontext konsumiert werden. Die Werbepause Nachmittags um zwei, in der Ihre Zielgruppe normalerweise nicht vor dem Fernsehgerät sitzt, ist deshalb eher nachteilig. 

Wiedererkennung

Sie haben bereits eine interessierte Zielgruppe gefunden, die sich für Ihr beworbenes Produkt bzw. Ihre Dienstleistung interessiert? Wunderbar! Wenn diese Werbung sofort in den verschiedenen Medien als zusammengehörig wahrgenommen wird, wird diese noch besser bei Ihrer Zielgruppe wahrgenommen. Was leicht klingt, kann in der Umsetzung eine wahre Herausforderung werden. Zwischen verschiedenen Print Formaten ist dies noch ein leichtes, aber sobald die Print-Anzeige zu der Videowerbung in YouTube und zum Radiospot passen soll, wird es schon herausfordernder. Verwenden Sie dabei einen konsistent Sprachstil und schaffen Sie ein Audio Logo, das im Kopf bleibt. Auch Grafiken im Video sollten sich natürlich im Print wieder finden. 

Bilder

Bilder, sind wohl der erste Gedanke, wenn man überlegt, wie man seine Werbeanzeige aus der Masse hervorstechen lassen kann. Möglichkeiten gibt es hierbei viele. Von besonderen Perspektiven und Motiven bis hin zu ausdrucksstarken Makroaufnahmen oder sehr grellen Farben. Der Fantasie sind in der Fotografie keine Grenzen gesteckt, dennoch wird es aufgrund der steigenden Zahl von mittlerweile online kaufbaren Bildern in sogenannten Stock Plattformen immer schwerer Motive und Perspektiven zu finden, die vor Ihnen noch keiner hatte. Aus diesem Grund arbeiten Sie in Ihren Bildern mit den Motiven, die Ihnen Ihr Mitbewerber niemals kopieren kann. Dies sind die Menschen in Ihrem Unternehmen, Ihr Produkt oder Ihr Spirit, der durch Ihre Fotos ausgedrückt wird.

Modern oder Retro

Altbackenes Design geht in der Masse unter, außer es ist beabsichtigt und alt und dann natürlich auch älter als vier fünf Jahre. Gehen Sie bei Design immer mit der Zeit, sonst gehen Sie mit der Zeit. Der Spruch ist uralt, aber immer wieder aktuell. Gerade im Bereich Design gibt es immer wieder neue Trends, von der Typografie bis hin zu verwendeten Farben und Formen hat jedes Jahr seine typischen Designelemente. Diese wird meist sehr unterbewusst wahrgenommen. Die wenigsten Konsumenten können sagen, warum ein Design auf Sie alt wirkt, aber sie erkennen schnell, welches Design zeitgemäßer ist. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihrer Zeit voraus sein müssen und mit extravaganten Farben und Formen auffallen müssen, die evtl. Ihre Zielgruppe überfordern. Aber wenn Sie heute noch mit gigantischen Schatten und Glaseffekten arbeiten, dann wird dies womöglich eher nicht der Weg zum Ziel sein. Alternativ dazu kann sehr altes Design auch wieder für Aufmerksamkeit sorgen. Wenn Ihr Unternehmen ein gewisses Alter hat, können Retro Anzeigen, mit Designs aus den 60er, 70er, 80er Jahren durchaus für eine sehr hohe Aufmerksamkeit sorgen.

Unser Fazit zum Thema "Auffallen im Marketing"

Auffallen ist nicht schwer, ganz im Gegenteil. Wenn wir Sie vor die Aufgabe stellen, heute mit Ihrem Outfit auf der Straße aufzufallen, dann wüssten Sie wahrscheinlich binnen Sekunden, was Sie anziehen. Warum uns dies im Marketing oft so schwer fällt ist leicht erklärt. Wir bewegen uns tagtäglich im Umfeld unseres Unternehmens. Wir sehen Mitbewerber und deren Designs und sehen auch die Kunden und deren Designs. Diese Welt verlassen wir nur selten. Im Bereich Mode sehen wir aber jeden Tag hunderte verschiedene Outfits, die uns sofort ins Auge fallen. Warum das so ist? Denken Sie nochmals an den Filter vom Anfang dieses Blogbeitrags. Unser Tipp: Verlassen Sie immer mal wieder Ihre Branche und blicken Sie über den Tellerrand. Sie sind ein Maschinenbauer? Dann werfen Sie doch mal einen Blick in die Lebensmittelbranche. Sie sind ein Bäcker? Werfen Sie einen Blick in die Versicherungsbranche. Nur wenn wir unsere Komfortzone verlassen, lernen wir Neues. Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß beim Entdecken der abertausenden neuen Möglichkeiten, wie Sie für Ihr Marketing Aufmerksamkeit erzeugen können.

Geschrieben von
Florian Werner