Warum Unternehmer bloggen sollten?


Wir schreiben heute den 13. November, den Tag des Bloggens. Der heutige Blogbeitrag ist gewissermaßen selbstbezüglich und natürlich auch in gewisser Weise kurios, schließlich geht es in einem Blog, um das Bloggen. Aber genug der Vorrede. Anfangs gilt es eine Frage zu klären. 

Was ist eigentlich ein Blog?

Ein Blog ist kurz gesagt, eine Art öffentliches Tagebuch oder Journal einer Person oder gar eines ganzen Unternehmens. Blog ist dabei eigentlich nur die Abkürzung für "Weblog". Ein Blog ist meist chronologisch sortiert und berichtet mit seinen Einträgen über ganz unterschiedliche Gegebenheiten aus dem Themenbereich des Bloggers. Er hat dabei niemals den journalistischen Anspruch einer Tageszeitung, vielmehr geht es darum, persönliche Informationen, Gedanken oder auch Impulse, gewürzt mit der Meinung des Verfassers, an seine ganz eigene Zielgruppe zu richten. Blogs sind im Web ein relativ "altes" Medium, wobei das Wort "alt" hier relativ zu behandeln ist. Der Begriff taucht etwa seit 20 Jahren, nämlich seit dem Jahr 1999, auf. Mediengeschichtlich sprechen wir deshalb natürlich noch von einem recht jungen Medium. Bezogen auf die Geschichte des Internets, handelt es sich bei Blogs aber um eine etablierte Form. Schließlich stammen diese noch aus der Zeit vor dem Web 2.0, also dem sogenannten "Mitmach-Netz". Was umso interessanter ist, da es zur damaligen Zeit technisch eine wirkliche Herausforderung war einen Blog zu pflegen. Von Spaß beim Schreiben und vor allem beim Veröffentlichen kann damals wohl kaum eine Rede gewesen sein.

Wie funktioniert ein Blog?

Ein Blog wird heute zumeist über ein CMS System gepflegt. Zu Deutsch versteht man darunter ein Redaktionssystem. Die meisten Websites, die man heute von Unternehmen findet, sind mit einem solchen System erstellt inklusive dieser Website, die Sie gerade betrachten. Wir nutzen dafür das CMS Contao. Auf dem Markt gibt es aber die unterschiedlichsten Formen von Redaktionssystemen. Die bekanntesten aus diesem Bereich sind wohl Wordpress, Joomla und Typo3. Interessant hierbei ist vor allem Wordpress, da dieses CMS im Jahr 2003 eigentlich explizit als Software für Blogs veröffentlicht wurde. Genau genommen war die Variante, Wordpress als CMS für normale Webseiten zu nutzen, immer schon ein kleiner "Work-Around". 

Nichtsdestotrotz eigenen sich mittlerweile so gut wie alle aktuellen CMS Systeme auf dem Markt ganz hervorragend um einen Blog zu erstellen. Meist sind die Verfahrensweisen sehr ähnlich. In einer Verwaltungsoberfläche, für welche man Zugangsdaten benötigt, wird der Blogbeitrag geschrieben. Anschließend wird er veröffentlicht und je nach Einstellung des Systems gibt es evtl. noch eine automatische Benachrichtigung an die Leser. Dies erfolgte in der Vergangenheit oft per RSS Feed, mittlerweile nutzt man hier aber gerne auch automatische E-Mail Benachrichtigungen oder Social Media Posts. Der entstandene Blogbeitrag ist anschließend öffentlich auf Ihrer Website erreichbar. Die Blogbeiträge der Vergangenheit erscheinen chronologisch sortiert darunter. Im Gegensatz zur Erstellung in den Anfangszeiten von Blogs, ist es mittlerweile sehr einfach geworden die Einträge zu erstellen. In unserem Fall mit Contao tippe ich den Beitrag direkt im System und habe über meinen Editor alle Kennzeichnungen, die ich benötige, um meinen Text zu strukturieren. Hier macht "bloggen" wie man den Vorgang des Erstellens eines Blogbeitrags gerne bezeichnet, wirklich Spaß.

Florian Werner - Geschäftsführer der Agentur dreibein trägt einen Stapel Papier Blöcke
Blog hat übrigens nichts mit dem deutschen "Block" zu tun

Warum sollten Sie bloggen?

Blogs sind eine ideale Plattform um Ihre Kunden an Ihrer Firmenentwicklung teilhaben zu lassen oder Know-how an Ihre Zielgruppe zu vermitteln. Die Zeiten, als man sämtliches Wissen noch geheim hielt, damit es auf keinen Fall an den Mitbewerber gelangt, sind definitiv schon lange vorbei. Heute gilt es den Kunden davon zu überzeugen, dass er bei Ihnen am besten aufgehoben ist. Über einen Blog können Sie sich als absoluter Experte in Ihrem Bereich positionieren. Ihr Kunde wird Sie, sobald er eine Herausforderung in einem speziellen Thema hat, welches er auf Ihrem Blog wiederfindet, als potenziellen Problemlöser auf dem Schirm haben. Haben Sie gerade den Eindruck, Sie wären bei uns gut aufgehoben, wenn Sie einen Unternehmensblog planen? Wahrscheinlich schon, oder? 

Neben der Positionierung als Experte hat das Bloggen aber natürlich auch noch weitere wichtige Vorteile. Sie erwecken Ihre Website zum Leben und sorgen für Veränderung. Sie zeigen Ihrer Zielgruppe bzw. Ihrer Kunden, dass Sie kein "totes" Unternehmen sind, sondern eine Firma, die etwas zu sagen hat. Eine Firma, bei der es Veränderungen gibt und welche sich weiterentwickelt. Eine Firma, die am Puls der Zeit ist. Eine Firma, die soviel Know-how hat, dass sie kein Problem damit hat, gewisse Wissensbereiche zu veröffentlichen. Wollen Sie als solch eine Firma wahrgenommen werden? Falls nein, dann sollten Sie auf keinen Fall einen Blog veröffentlichen, denn diese Wirkungen würden Sie erzielen.

Natürlich lieben auch Suchmaschinen sich verändernde Websites, die immer wieder neuen, einmaligen und selbst erstellten Content produzieren. So können Sie auch Ihr Google Ranking nachhaltig verbessern. Bitte beachten Sie aber bitte, dass Sie niemals nur aus diesem Grund einen Blog aufbauen sollten. Das würde nicht funktionieren. Optimieren Sie Ihren Blog für Ihre Zielgruppe und schaffen Sie Inhalte, welche diese auch interessiert. Sie kennen unsere Meinung hierzu bestimmt schon: Optimieren Sie immer für den Menschen bzw. Ihre Zielgruppe, denn Google hat genau das gleiche Ziel und möchte dem Suchenden das für ihn beste Ergebnis anzeigen und kein Ergebnis, das der Suchmaschine in gewisser Weise aufgezwungen wurde.

Pull statt Push-Marketing

Pull-Marketing ist das Gegenteil vom Push-Marketing, welches in den letzten Jahrzehnten die dominierende Werbeform war. Beim Push-Marketing "drückt" man seinen potenziellen Kunden auf seine Dienstleistung oder sein Produkt. Produkte werden dabei offensiv beworben und Werbeinformationen in den Markt "gedrückt". Die klassische Werbeform, die die meisten von uns kennen. Im Gegensatz hierzu ist Pull-Marketing nachfrageorientiert. Man ändert hierbei die Perspektive und denkt aus der Sicht des Nutzers. Man probiert herauszufinden, welche Informationen und Themen rund um das Produkt bzw. die Dienstleistung für den Kunden interessant sein könnten. Anschließend bewegt sich der Kunde automatisch auf das Unternehmen zu, da er die Lösung für eine Anforderung sucht. Die klassischen Kanäle des Pull-Marketings sind Suchmaschinenanzeigen, PR oder eben auch Blogs.

Der große Vorteil bei dieser Marketingvariante ist, dass sie vom Kunden nicht als Werbung wahrgenommen wird. Wir Menschen bauen mehr und mehr einen Selektion-filter auf, der dafür sorgt, dass wir im Alltag nicht jede Werbung mit voller Aufmerksamkeit wahrnehmen. Dieser Filter wird erlernt und bildet sich mehr und mehr in uns aus. Aus diesem Grund wird Pull-Marketing immer interessanter. Der Kunde kommt selbst auf Ihr Unternehmen zu, was zu einer höheren Abschlussrate und wesentlich weniger zu Streuverlusten führt. Sie erreichen mit Ihren Informationen genau die Menschen, die Sie erreichen wollen, nämlich die, die gerade nach einer Lösung für Ihr Problem suchen.

Blogs zeigen Persönlichkeit

Ein Blog kann im Kommunikationsstil auf jeden Fall von Ihrer normalen Website abweichen. Es handelt sich schließlich um ein separates Medium, ähnlich dem Kommentar in einer Tageszeitung. Mit dem Stil, wie wir in unserem Blog mit Ihnen kommunizieren können wir Ihnen unsere Unternehmenskultur vermitteln. Eine Kultur, die beispielsweise dafür sorgt, dass wir stets bemüht sind, komplexe Dinge, einfach zu erklären. Natürlich könnten wir dies auch im Fließtext auf unserer Website schreiben, aber es wirkt vielfach authentischer, wenn wir Ihnen im Blog z.B. Fragen zur richtigen Wahl des Hosters beantworten. Ein technisch wirklich höchst komplexes Thema.

Ein Blog kostet Zeit

Ein Blog kostet Zeit? Ja völlig korrekt! Aber auch Marketing mit hohen Streuverlusten kostet Zeit und darüber hinaus aber auch noch viel Geld. Einen Blog können Sie, abgesehen von den Kosten für Ihren Webserver, nach der Erstellung meist komplett kostenfrei betreiben. Sie schaffen Inhalte, die bleiben und einen nachhaltigen Erfolg, von dem Ihr Unternehmen auch noch in vielen Jahren profitieren wird. Selbstverständlich kostet ein Blog viel Zeit, übrigens auch uns. Dieser Beitrag entstand, wie Sie sich denken können, auch nicht nebenbei. Sehen Sie diese Zeit aber bitte niemals als Verschwendung an. Es ist eine Investition in Ihre Website, Ihr Marketing und damit auch in Ihr Unternehmen. Zugegeben, die Erfolge eines Blogs sind nicht so schnell sichtbar, wie die von anderen Werbeformen, sind dann aber umso nachhaltiger. Außerdem hält dieser Erfolg ohne weitere Investition an. Ein, in einer Suchmaschine für ein relevantes Keyword gut rankender Blogbeitrag, erzielt unglaubliche Ergebnisse und kostet Sie nach der Erstellung keinen einzigen Cent mehr. Das heißt aber nicht, dass man alte Beiträge nicht ab und an überarbeiten sollte, weil sie beispielsweise nicht mehr zeitgemäß sind.

Blogs müssen gerade mobilen Medien performant sein und mit guter Lesbarkeit und Übersicht punkten

Was Sie bei der Erstellung eines Blogs beachten sollten

Ein Blog ist rein technisch gesehen schnell erstellt. Der Erstellung sollten aber einige Überlegungen vorausgehen. Diese Tipps sollten Sie bei der Erstellung eines Blogs unbedingt beachten.

1. Definieren Sie Ihre Zielgruppe

Das sollten Sie eigentlich schon vor der Erstellung eines Blogs gemacht haben. Definieren Sie die Zielgruppe, die Sie mit Ihrem Blog ansprechen möchten und passen Sie den Content den Bedürfnissen und Problemen dieser Zielgruppe an.

2. Holistic Blogposts

Sorgen Sie mit Ihren Blogbeiträgen immer dafür, dass der Kunde alle Informationen zum Titelthema findet. Nichts ist frustrierender als ein vermeintlich gutes Suchergebnis anzuklicken und dann festzustellen, dass der Beitrag nur einige wenige Absätze umfasst und keine ausführlichen Informationen zum Thema bietet. Der Kunde verlässt so frustriert die Seite, was zu hohen Absprungraten, kurzen Verweilzeiten und somit einem immer schlechter werdenden Suchmaschinenergebnissen führt.

3. Die richtige Wahl der Überschrift

Eine gute Überschrift entscheidet wie der Betreff einer E-Mail darüber, ob Ihr Blogbeitrag gelesen wird. Erstellen Sie also Überschriften, die den Kunden ansprechen und ihm aufzeigen, dass sein Problem in Ihrem Beitrag gelöst wird. Machen Sie Ihn neugierig. Altbewährt ist dabei das AIDA Prinzip. Bei dem es darum geht zuerst die "Aufmerksamkeit" des Kunden einzufangen, anschließend sein "Interesse" zu gewinnen und ein "Desire" auszulösen. Abschließend erfolgt die "Aktion" im Sinne des Klicks auf den Link.

4. Die Anzeige in den Suchmaschinen

Suchmaschinen schneiden Überschriften und Teasertexte nach einer gewissen Länge ab. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihre Überschriften und Meta-Beschreibungen nicht zu lange sind. Sie können die Ansicht in der Google Suche ganz einfach mit einem sogenannten SERP Simulator testen. Wir empfehlen hier gerne den Generator von Sistrix .

5. Mehrwert bieten

Bietet Ihr Blogbeitrag wirklich einen echten Mehrwert für den Kunden? Sorgen Sie mit Ihren Inhalten und Themen dafür, dass Sie einen echten Nutzen für Ihre Zielgruppe generieren. Sparen Sie dabei nicht mit weiterführenden Informationen aus Angst, den Kunden evtl. zu verlieren. Ein Link zu einer externen Seite, wie im vorherigen Tipp, ist für den Kunden ein echter Mehrwert und sollte deshalb niemals vermieden werden.

6. Die Formatierung

Blogbeiträge werden mittlerweile auch sehr oft mobil konsumiert. Es gibt viele Ablenkungen beim Lesen und die Nutzer haben immer weniger Zeit konzentriert und ungestört eine Website zu lesen. Strukturieren Sie deshalb Ihren Text. Schaffen Sie mit Zwischenüberschriften und Bildern immer wieder Ankerpunkte für das Auge. So fällt das Lesen wesentlich leichter und man findet auch nach einer Ablenkung schnell wieder einen Einstiegspunkt. Die korrekte Reihenfolge der einzelnen Überschriften sollte dabei natürlich selbstverständlich sein.

7. Interne Verlinkungen

Verlinken Sie Ihre Blogbeiträge immer wieder untereinander und schaffen Sie so ein Netzwerk an Wissen. Nebenbei sorgen Sie natürlich auch dafür, dass Ihr Kunde viel Zeit auf Ihrer Website verbringt und sich intensiv mit Ihnen beschäftigt.

8. Die rechtlich notwendigen Angaben

Achten Sie bei der Verwendung von Bildern oder Infografiken bitte immer darauf, ob Sie diese aus Urheberrechtsgründen und aufgrund der Persönlichkeitsrechte, der auf dem Foto abgebildeten Personen, auch wirklich nutzen dürfen. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als eine Abmahnung aufgrund einer fehlerhaften Quellenangabe.

9. Die Verbreitung in den Social Media Kanälen

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Blogbeitrag auch geteilt werden kann. Mit Sharing Möglichkeiten am Ende des Blogbeitrags machen Sie es Ihren Lesern leicht den Blogbeitrag weiterzusenden oder in den Social Media Kanälen zu teilen. Achten Sie bitte auch darauf, dass die Vorschau Ihres Blogbeitrags in den Kanälen funktioniert. Hier gibt es zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten. Mittels Facebook und Twitter eigener Tags lässt sich das Bild, das beispielsweise in Facebook beim Teilen eines Beitrags verwendet wird, steuern und anpassen.

10. Done is better than perfect

Vermeiden Sie es Ihren Blogbeitrag perfekt machen zu wollen, das wird ohnehin nicht möglich sein. Gerade im Web geht es oft auch darum, der erste zu sein, der über ein Thema berichtet. Perfektionismus hat im Blog-Bereich nichts verloren. Das heißt nicht, dass Sie Ihre Beiträge schlampig recherchieren und nebenbei tippen sollen, ganz im Gegenteil. Aber wenn Ihnen vielleicht noch die passende Schlusspointe fehlt, die Ihren Blogbeitrag abrunden würde, ergänzen Sie diese doch einfach später. Das Schöne an Websites ist ja, dass man diese jederzeit erweitern und abändern kann.

Zusammenfassung

Blogs sind eine geniale Maßnahme im Bereich des Pull-Marketings und sollten für alle Unternehmen zu den "Must-have" Werbeformen gehören. Auch die Angst, man hätte keine Themen, über die man schreiben könnte, ist so gut wie immer unbegründet. In vielen Workshops haben wir schon mit Kunden, die auf den ersten Blick keine Themen hatten, hunderte möglicher Blogbeiträge gefunden. Zur Themenfindung lohnt sich meist auch ein Gespräch mit Ihren Bestandskunden über deren Alltagsprobleme und Anforderungen. Lange Rede kurzer Sinn: Bloggen Sie, wir können es nur empfehlen!

P.S.: Übrigens muss ein Blog nicht "Blog" heißen. Dieser Begriff bezeichnet lediglich die Form des Mediums. Ihren Blog können Sie gerne auch "Kundenmagazin" nennen.