Was sollte man beim Hosting einer Website oder eines E-Commerce Projekts wissen?

・verfasst von Florian Werner

Wenn Sie ein Geschäft in einer Stadt eröffnen möchten, ist eines der entscheidendsten Kriterien neben der Größe und dem Preis natürlich die Lage. Bei einer Website scheint es oft so, als wäre die Lage bzw. in diesem Fall der Speicherort der Website zweitrangig.

Doch beginnen wir ganz von vorne. Damit Sie eine Website für Ihr Unternehmen online bringen können, benötigen Sie einen Speicherplatz dafür. Dieser könnte theoretisch sogar bei Ihnen zu Hause auf Ihrem heimischen PC liegen. Doch da ihr eigener PC im Regelfall keine 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr ohne Ausfallzeit und mit einer unterbrechungsfreien und stets performanten Internetverbindung online ist, mietet man sich diesen Speicherplatz in einem Serverzentrum. Diese sind mit mehreren redundanten Hochgeschwindigkeitszugängen zum Internet ausgelegt und befinden sich vornehmlich in der Nähe von Internetknotenpunkten, wie in Deutschland z.B. in Frankfurt am Main. Außerdem sind diese Zentren durch höchste Sicherheitstechnik, eine optimale Klimatisierung und ortsunabhängige Backups hervorragend vor Datendiebstählen und Ausfällen abgesichert. Worauf kommt es nun also beim Hosting Ihrer Unternehmenswebsite wirklich an? Die wichtigsten Entscheidungskriterien für ein gutes Hosting sind die folgenden:

Bad Neighbourhood - Die schlechte Nachbarschaft auf Ihrem Server

Die Lage ist mit das wichtigste Entscheidungskriterium, wenn Sie sich entscheiden ein Büro oder ein Geschäft zu eröffnen und dafür eine Gewerbefläche zu mieten. Dabei spielen auch Ihre Nachbarn eine nicht unwesentliche Rolle. Die Strategie ein Boutique-Modegeschäft in einer Nachbarschaft bestehend aus Spielsaloons, Tattoostudios, Kneipen und Tabakgeschäften zu eröffnen wäre wohl nicht von Erfolg gekrönt. Vergleichbares trifft auf Ihre Website zu. Jeder Server im Internet kann mittels einer eindeutigen IP-Adresse lokalisiert werden. Sie ist das eindeutige Identifizierungsmerkmal in einem Netzwerk. Ihre Website wird immer auf einem solchen Server zum Aufruf vorgehalten, doch im Regelfall liegt nicht nur Ihre Website auf diesem Server, sondern dutzende oder gar hunderte weitere Websites. Mittels eines sogenannten “IP-Reverse-Lookup” lässt sich übrigens sogar herausfinden, welche Websites das sind. Probieren Sie es doch mal aus, Sie werden erstaunt sein, wer sich den Server mit Ihnen teilt.

Grundsätzlich ist dies eine gute Sache, denn so können die Betreiber die Kosten für einen solchen Server auf viele Kunden aufteilen, was die einzelnen Kosten monatlich sehr weit reduzieren kann. Doch diese Hosting Option - man spricht übrigens vom sogenannten Shared Webhosting - hat nicht nur die kostengünstigen Vorteile, sondern auch einige Nachteile. Zu den geteilten Ressourcen später noch mehr, das Bad Neighbourhood Problem beschreibt jedoch einen anderen Sachverhalt. Dadurch, dass jeder Server im Netz über eine IP-Adresse eindeutig zuordenbar ist, wird dies natürlich auch bei Seiten gemacht, die man als Suchmaschine nicht in seinem Suchindex haben möchte. Das könnten z.B. sein:

  • Pornografische Seiten
  • Seiten, die Schadsoftware verbreiten
  • Seiten, die Spam-Nachrichten verbreiten
  • Gewaltverherrlichende Seiten
  • Websites mit extremistischen Inhalten
  • Phishing Seiten

All diese Seiten möchte keine Suchmaschine seinen Suchern anzeigen und deshalb werden diese über Filter so gut es geht geblockt. Dabei schließen Suchmaschinen von einer Website auf die andere. Verbreitet eine Website Spam Nachrichten, ist es für die Suchmaschinen nur logisch, dass alle anderen Websites, die ebenfalls auf diesem Server liegen, qualitativ nicht gut sein können. Das trifft in der Praxis leider auch allzu oft zu. Webserver, die Phishing Websites hosten, hosten oft nicht nur eine Website, sondern hunderte Seiten dieser Art. Aus diesem Grund ist dies eine probate Technik. Schwierig wird es nur, wenn Sie mit Ihrer Website nur Gutes im Sinn haben, auf dem gleichen Shared Server aber z.B. eine Phishing Website ihr Unwesen treibt.

Dies führt dazu, dass Ihr eigenes Ranking oft nicht das gewünschte Ergebnis erreicht, obwohl Sie doch augenscheinlich alles richtig gemacht haben. Das große Problem in diesem Fall ist, dass Sie im Regelfall nichts von dieser Phishing Seite mitkriegen. Umgehen können Sie dies nur, wenn Sie einen Webhoster für Ihr Unternehmen wählen, dem es nicht auf jeden Kunden ankommt und der Qualität über Quantität bzw. einen möglichst günstigen Preis monatlich stellt. Diese Hoster prüfen z.B. bei einer Bestellung, ob es sich um einen realen Kunden handelt. Außerdem sorgen Sie mit intelligenten Scannern nicht nur dafür, dass Viren und Schadsoftware sehr schnell gefunden und gelöscht wird, sondern Sie prüfen auch den eingehenden Traffic auf Unregelmäßigkeiten. Aufgrund dieser Sicherheitsaspekte setzen auch einige Unternehmen auf einen eigenen Server. Fragen Sie im Idealfall direkt bei Ihrem Webhoster nach, welche Schutzmaßnahmen beim Hosting dieser ergreift, um diese Herausforderung zu meistern.

Mann hält ein Smartphone und googelt nach Webhosting
Hosting Angebote gibt es unzählige, doch das richtige Angebot zu finden ist nicht leicht.

Speicherplatz / Webspace - Menge und Art des Speichers

Beim Speicherplatz bzw. Webspace ist es vermeintlich einfach, je mehr, umso besser, oder? Doch Sie können es sich bestimmt denken, so einfach ist es und sollte es auch nicht sein. Beim Webhosting kommt es immer darauf an, was Sie vorhaben und tatsächlich gar nicht so selten ist auch hier weniger mehr.

Bei einem typischen Webhosting erhalten Sie mittlerweile selbst in den kleinsten Verträgen 10 bis 100 GB Webspace bzw. Speicherplatz für Ihre Homepage und E-Mail-Inhalte. Hierbei kommt es darauf an, was Ihre Website für Inhalte zur Verfügung stellt. Wenn Sie hauptsächlich textlastige Inhalte Ihren Kunden zur Verfügung stellen wollen und hier und da mit Bildern arbeiten, reicht selbst ein 10 GB Webhosting Paket für Ihre Dateimenge extrem lange. Anders sieht es aber schon aus, wenn Sie speicherintesive Dateien wie Videos oder andere multimediale Inhalte wie z.B. virtuelle Rundgänge oder größere Softwarepakete zum Download anbieten wollen.

Beim Speicher hat sich in den letzten Jahren jedoch viel getan. Viele Webhoster können diese günstigen Preise nur realisieren, weil zahlreiche Kunden gleichzeitig auf einem Server liegen und sich die dortige Festplatte miteinander teilen. Diese ist in Bereiche unterteilt, die dann einem jeweiligen Hosting zugeordnet sind. Dies führt leider zu einem Problem bei der Geschwindigkeit. Festplatten, wie man sie kennt mit einer klassischen rotierenden Scheibe bzw. mehreren Scheiben und einem Lese-/Schreibkopf sind zwar mittlerweile sehr günstig, aber leider auch sehr langsam im Lese- und Schreibzugriff. Moderner Speicher basiert auf sogenannten SSDs. Diese Speicherlösungen haben keine bewegten Teile mehr und sind dadurch wesentlich schneller, weil kein Lesekopf an eine bestimmte Position fahren muss, aber auch wesentlich teurer.

Und auch innerhalb der SSDs gibt es große Unterschiede. Von alten SSD Speichern, die per SATA Kabel angeschlossen werden bis zu modernen PCI Express Lösungen ist die Bandbreite mittlerweile gewaltig. Für den Nutzer wird es hier aber schwierig zu vergleichen, denn sowohl die extrem schnellen modernen SSDs, als auch die älteren langsameren Speicherlösungen heißen immer “SSDs” in der Artikelbeschreibung des Hostings. Der Geschwindigkeitsunterschied ist aber enorm, genauso wie der monatliche Preis.

Anbieter, die eine möglichst große Masse an Kunden gewinnen wollen, setzen somit beim Hosting der Dateien auf möglichst günstige Festplatten und aufgrund eines steigenden Marktdrucks bei Datenbanken (die bei den meisten Websites benötigt werden) auf günstige SSD Lösungen.

Entscheiden Sie sich beim Webhosting deshalb lieber für den schnelleren Speicher und sparen Sie lieber bei der Menge. Eine klassische Website braucht weniger Webspace bzw. Speicherplatz, als man denken mag. Investieren Sie lieber etwas mehr in das Webhosting und nutzen Sie eine schnelle Speicherlösung, als hier den ein oder anderen Euro zu sparen und dafür langsamere Ladezeiten zu akzeptieren. Fragen Sie bei Ihrem Hoster auch gerne telefonisch nach, welche Speicherlösungen und Pakete bei Ihnen eingesetzt werden. Die Beschreibungen auf der Website Ihres Anbieters sind oft so geschrieben, dass sie wenig aufschlussreich sind, was die tatsächliche Schnelligkeit angeht. Gute Webhoster und Hosting Anbieter haben hier übrigens nichts zu verstecken und geben klar an, welche Speicherlösungen genutzt werden.

Kunden pro Server - Shared Webhosting

Beim klassischen Webhosting handelt es sich im Regelfall immer um ein sogenanntes “Shared Hosting”, bei dem sich mehrere Kunden einen Server teilen, um die monatlichen Kosten zu reduzieren. Während sich manche Ressourcen sehr gut teilen lassen, weil z.B. der Prozessor gleichzeitig mehrere Aufgaben abarbeiten kann, lassen sich andere Ressourcen nur sehr schlecht teilen. Dies betrifft beispielsweise die Festplatte, welche mehrere Schreib- oder Lesezugriffe nicht gleichzeitig ausführen kann.

Achten Sie deshalb beim Hosting darauf, mit wie vielen anderen Kunden Sie sich den Server teilen würden. Gute Webhoster machen daraus kein Geheimnis und geben diese Information öffentlich an. Logischerweise liegen auf den teureren Paketen dann meist auch weniger Kunden, damit sich die Ressourcen auf weniger Kunden aufteilen. In besonderen Fällen, wie z.B. beim Cloud Hosting beispielsweise bei Amazon AWS ist diese Angabe aber tatsächlich nicht vorhanden, weil in diesem komplexen Netzwerk quasi immer genug Ressourcen für beliebig viele Kunden gleichzeitig zur Verfügung stehen. Gerade kleinere Anbieter haben aber meistens noch klassische Webserver in Ihren Serverräumen stehen, die dann entsprechend z.B. von 100 Kunden gleichzeitig genutzt werden. Diese 100 Kunden teilen sich alle Ressourcen des Shared Servers und ermöglichen es dem Betreiber so, die Eigenkosten des Servers pro Monat durch hundert zu teilen und dadurch die Pakete pro Kunde wesentlich günstiger anbieten zu können.

Achten Sie bei der Wahl Ihres Webhosters darauf, dass möglichst wenig Kunden auf Ihrem Webserver liegen. Im absoluten Idealfall liegen Sie sogar alleine auf Ihrem Webserver. Sollte sich diese Angabe nicht in der Beschreibung des Webhostings wiederfinden, fragen Sie auch hier gerne bei Ihrem Anbieter - IONOS, ALL-INKL.COM, Strato, webgo, usw. - nach.

Traffic / Datentransfer

Diesen Punkt können Sie relativ einfach abhaken, wird aber leider von vielen beim Hosting-Vergleich vernachlässigt. Mit dem Begriff “Traffic” bezeichnet man im Webhosting die Gesamtsumme des Datenverkehrs, die über Ihr Paket läuft. Also alle Summe aller Daten, die Kunden herunterladen oder die Sie als Unternehmen oder Ihre Kunden auf die Website hochladen. In Zeiten von Internetflatrates ist dies auch im Hosting fast immer eine Flatrate. Sollte Ihr Tarif noch eine Traffic-Begrenzung haben, prüfen Sie bitte kritisch, ob dieser Tarif noch aktuell und zeitgemäß ist. Die Ausnahmen stellen hierbei skalierbare Cloud-Hosting Lösungen wie z.B. bei Amazon AWS oder bei Microsoft Azure dar. Diese skalierbaren Lösungen, werden oft nach Ihrem Realverbrauch berechnet und hierfür ist der Gesamt-Traffic ein wichtiges Merkmal, welches den Gesamtpreis am Schluss bestimmt.

E-Mails

Im Regelfall mieten Sie bei einem Webhoster nicht nur Speicherplatz für Ihre Website, sondern Sie erhalten gleichzeitig E-Mail-Postfächer und eine Vielzahl an E-Mail Weiterleitungen, die Sie beliebig einsetzen können. Diese Postfächer lassen sich klassischerweise per IMAP oder POP3 abrufen. Mit diesen Möglichkeiten möchten wir uns in diesem Beitrag aber nicht näher beschäftigen. Was Sie beim E-Mail Hosting eher beachten sollten, ist, dass Sie Ihre E-Mails verschlüsselt versenden können und Ihr Webhosting die Möglichkeit bietet, sogenannte DKIM und SPF Records zu hinterlegen. Diese Einträge bieten die Möglichkeit, die Echtheit von E-Mails zu verifizieren. So können Sie die Zustellraten von Newslettern oder von E-Mails, die beispielsweise über Ihre Website oder Ihren Onlineshop versendet werden, erheblich steigern.

Schlüssel sperrt einen Tresor bei der Werbeagentur dreibein in Cham auf
Sicherheit ist beim Webhosting kein Hygienefaktor, sondern sollte eine elementare Rolle spielen, gerade wenn Ihre Website persönliche Daten verarbeitet.

Sicherheit

Kommen wir zu einem entscheidenden Punkt bei Ihrem Webhosting. Die Sicherheit Ihrer Website hängt immer auch zum Teil von Ihrem Webhoster ab. Was mittlerweile Standard sein sollte, ist ein kostenfreies Let’s Encrypt SSL Zertifikat, welches direkt über den Webhoster bestellt werden kann. Dieses Zertifikat sorgt dafür, dass alle Daten zwischen Ihrem Server und dem Browser Ihrer Kunden übertragen werden, verschlüsselt werden. Dadurch sind die Daten, insbesondere persönliche Daten oder Zahlungsdaten, wesentlich  besser vor fremden Zugriffen geschützt.

Auch andere Schutzmechanismen sollten bei einem guten Webhosting Standard sein. Hierzu gehört z.B. die Abwehr von Attacken, bei denen Ihre Website von hunderten Rechnern gleichzeitig automatisiert aufgerufen wird, um diese gezielt zu überlasten. Gute Webhoster erkennen solche Angriffe und blocken die wiederholten Aufrufe ganz gezielt.

Auch der Virenschutz sollte in Echtzeit auf dem Server permanent alle Daten scannen.

Die Serververfügbarkeit Ihres Webhostings

Auch im Bereich der Verfügbarkeit gibt es große Unterschiede. Wer einmal erlebt hat, wie sein Unternehmen aufgrund eines Ausfalls der Internetverbindung quasi handlungsunfähig ist, der weiß, welche betriebswirtschaftlichen Folgen ein solcher Ausfall haben kann. Unterschätzen Sie deshalb diesen Effekt nicht bei Ihrer Website, nur um sich ein paar Euro zu sparen. Rechnen Sie bitte einmal die theoretische Ausfallzeit in Stunden oder gar Tage um. Eine Verfügbarkeit von 99 % heißt nämlich, dass die Website theoretisch fast 4 Tage lang offline sein kann. Wie schwer ein viertägiger Ausfall wiegen kann, wird klar, wenn man sich nur vorstellt, welcher Umsatz in einem Webshop in vier Tagen z.B. im Vorweihnachtsgeschäft generiert wird. Doch nicht nur Umsatzausfall wiegt schwer, auch der Vertrauensschaden, der bei Ihren Kunden entsteht, sorgt für Missmut in Ihrer Kundschaft. Achten Sie deshalb auf eine Verfügbarkeit von mindestens 99,9 % im Jahresmittel. Dies reduziert die theoretische Ausfallzeit auf wenige Stunden. Gute Hoster garantieren diese Verfügbarkeit übrigens auch in ihren AGBs. Über Suchmaschinen finden Sie außerdem sehr schnell Informationen zu den jeweiligen Verfügbarkeiten der großen Provider.

Übrigens, gerade die günstigen Massenanbieter legen sich maximal auf 99 % im Jahresmittel fest. Lassen Sie hiervon am besten die Finger. Der Unterschied zu einem 99,9 % Hosting liegt meistens im einstelligen Eurobereich pro Monat.

Übrigens Gründe für Downtimes, also Zeiten, zu denen eine Website nicht verfügbar ist, gibt es viele. Neben einem klassischen Hardwaredefekt, kann es auch immer zu Stromausfällen, Bränden oder schlicht einer Überlastung des Servers kommen. Gute Provider sind deshalb immer mit redundanten Systemen ausgestattet und haben Prozesse entwickelt, um eine Auslastung des Servers zu verhindern. Diese Redundanz kostet natürlich Geld und findet sich schlussendlich immer im Endpreis wieder. Machen Sie sie sich deshalb immer bewusst, dass ein günstiger Hostingpreis fast immer mit Einschränkungen bei der Verfügbarkeit verbunden ist.

Software

Ein Webserver ist grundsätzlich nichts anderes als ein Computer, der über das Internet erreichbar ist. Auf ihm wird entsprechende Software installiert, die es möglich macht, dass der Nutzer beim Aufruf dieses Rechners, eine Website ausgespielt bekommt.

Auch hier gibt es große Unterschiede im Webhosting. Normale Websites laufen normalerweise mit PHP. Die Entwicklungssprache, die bereits 1994 erfunden wurde  und schon mehr als 25 Jahre auf dem Buckel hat, ist nach wie vor die Sprache schlechthin im Web. Knapp 80% aller Websites weltweit sind mit PHP umgesetzt. Das kommt nicht zuletzt daher, dass ein Großteil der verbreitetsten CMS Systeme am Markt wie z.B. Wordpress, Joomla, Drupal, Contao und auch Typo3 auf PHP basieren. Bei der Auswahl Ihres Hostings sollten Sie deshalb großen Wert darauf legen, dass der Hoster schnell neue PHP Versionen unterstützt. Neue Versionen der Entwicklungssprache sind nämlich nicht nur mit neuen Funktionen für Programmierer verbunden, sondern meistens auch mit einer Verbesserung der Performance.

Mitarbeiterin im Service für das Hosting bei der Agentur dreibein
Gut geschulte Mitarbeiter, die genau wissen, wovon sie sprechen - Das macht ein gutes Webhosting aus.

Service und Support

Der Service und Support bei Ihrem Provider kann einen großen Unterschied für Ihr Unternehmen bedeuten. Gerade günstige Massen-Hoster setzen beim First-Level-Support, also den Mitarbeitern, die Sie zuerst ans Telefon bekommen, wenn Sie ein Problem haben, auf Call-Center mit wenig geschulten Mitarbeitern. Das senkt zwar die Kosten, führt aber gerade bei wirklichen Hosting-Problemen oft zu Frust und längeren Lösungswegen auf Ihrer Seite.

Ein guter Hoster hat bereits im First-Level-Support geschulte Techniker und Fachkräfte sitzen, die Probleme oft schon beim ersten Anruf lösen können und falls nicht, zumindest wissen, an welche Fachabteilung sie das Gespräch weiterleiten können. So sparen Sie sich zeitaufwändiges Stochern im Dunkeln. Unterschätzen Sie das Thema bitte nicht, denn für eine Website, die oft besucht wird, gibt es zwangsläufig immer wieder Fälle, in denen man den Support braucht. Je flexibler und erfahrener diese reagieren können, umso besser.

Ein Beispiel aus unserem Berufsalltag ist z.B. die Flexibilität, die man braucht, wenn es einen Fernsehbericht zu einem Unternehmen gibt. In diesem Fall muss man mit sehr hohen Aufrufzahlen der Website rechnen und diese im Voraus möglichst einplanen. Ein guter Support hilft hier weiter und stellt flexibel ein Upgrade für den Zeitraum der Ausstrahlung zur Verfügung.

Ein weiterer Fall, den man nicht erleben möchte, der trotzdem aber immer wieder passiert, ist z.B. das Auffinden einer Schad-Datei am Server. In einem solchen Fall braucht man einen Support, der schnell reagiert und auch schnell sagen kann, wie die Datei auf den Server gekommen ist und welchen potenziellen Schaden sie angerichtet haben könnte.

Auch das Nicht-funktionieren von Website Funktionen ist ein häufiger Grund, warum man den Support kontaktieren muss. Oft kann man nicht alle Einstellungen an einem Webserver selbst vornehmen, sondern braucht einen Administrator, der dies für einen macht. Hier kann ein guter Support eine große Hilfe sein, um ein Problem schnell lösen zu können.

Einstellmöglichkeiten

Auch bei den Einstellmöglichkeiten gibt es große Unterschiede zwischen den Hostinganbietern wie IONOS, ALL-INKL.COM, Strato oder webgo. Bei fast allen Anbietern lassen sich FTP Zugänge oder Datenbanken sehr einfach anlegen. Achten Sie hier jedoch eher auf die professionelleren Funktionen. Diese sind beispielsweise:

  • SSH Zugänge anlegen und verwalten
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
  • DNS Einstellungen hinterlegen
  • BackUps verwalten
  • Cronjobs verwalten
  • Migrationsassistenten
  • Übergangsdomains
  • SSL Zertifikate

All diese Einstellmöglichkeiten kommen gerade im professionelleren Einsatz sehr häufig zur Anwendung und sollten deshalb bei jedem guten Webhoster Standard sein. Sollten diese Beispiele nur über die Hotline oder den E-Mail-Support verfügbar sein, lassen Sie am besten die Finger von einem solchen Anbieter.

Quellcode einer Website
Achten Sie beim Webhosting darauf, dass Ihr Provider technisch neue Entwicklungen schnell in seine Infrastruktur implementiert.

Standort des Hostings (DSGVO)

Haben Sie bei der Auswahl Ihres Hostings auch immer ein Auge auf den genauen geografischen Standort des Hostings. Dies ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen sollte der Serverstandort möglichst nahe am Standort Ihrer Kunden sein, da dadurch kürzere Lade- und Reaktionszeiten der Website möglich ist. Zum anderen hat dies auch den Grund, dass innerhalb der EU die DSGVO, also die Datenschutzgrundverordnung gilt. An diese haben sich alle Anbieter innerhalb der europäischen Grenzen zu halten, was die Datensicherheit enorm erhöht. Auch rechtlich gibt es beim Hosting außerhalb der EU einige Fallstricke. Mit dem Privacy Shield gibt es zwar ein Übereinkommen, bei dem die USA den Schutz personenbezogener Daten gewährleisten, aber auch dies kann, wie bereits das "Safe-Harbor" Abkommen, gerichtlich zu Fall gebracht werden.

Fazit zum Hosting

Wenn Sie dachten, dass das Hosting einer Website oder eines Webshops ein trockenes Thema ist, dann hatten Sie damit wahrscheinlich recht, aber es ist definitiv ein wichtiges und oft leider auch noch ein unterschätztes Thema. Gerade in diesem Bereich kann jeder investierte Euro tatsächlich schon einen großen Unterschied in Sachen Zuverlässigkeit und Performance ausmachen. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende, sondern entscheiden Sie sich als Business-Kunde immer für ein professionelles Webhosting für Ihr Unternehmen.

Eine allerletzte Anmerkung noch zum Thema Webhosting und ein sehr persönliches Anliegen. Achten Sie beim Webhosting darauf, dass dies mit Ökostrom betrieben wird. Dies ist bei vielen Anbietern bereits seit Jahren ein absoluter Standard. Ökostrom ist zwar nur ein Teil zum ökologischen Hosting, aber aufgrund des hohen Stromverbrauchs von Serverzentren ein sehr wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit von Webspace.

Geschrieben von
Florian Werner