Wie grün ist dreibein? Kann eine Werbeagentur nachhaltig arbeiten?


Nachhaltiges Arbeiten ist ein Kernwert unserer Agentur und steht nicht nur dafür, dass wir keine Quick Wins wollen, sondern nachhaltig erfolgreiche Projekte, die auch morgen noch funktionieren. Nichtsdestotrotz steht bei uns "nachhaltig" auch gleich für einen maximalen Schutz unseres Planeten. Ein Wert den all unsere Mitarbeiter teilen und versuchen jeden Tag aufs neue zu leben. Für uns als Werbeagentur wirft dies immer wieder große Herausforderungen auf, von denen wir Ihnen im heutigen Blog-Beitrag gerne berichten möchten.

1. Druckprodukte

Keine Frage, Druckprodukte gehören zur Werbung, wie das Salz zur Suppe. Trotz weitreichender Digitalisierung ist die Wertigkeit einer gedruckten Broschüre, einer eleganten Visitenkarte oder eines Großflächenplakats mit keinem digitalen Produkt zu vergleichen. Aktuell können wir nicht auf diese Art der Werbung verzichten, die Frage stellt sich also, was soll man tun?

Wir drucken seit Mitte des Jahres 2018 nur noch klimaneutral, das bedeutet, dass bei jedem Druck die freigesetzte Menge an Treibhausgasen, wie z.B. CO2 oder Ozon errechnet wird, der bei der Herstellung entsteht. Anschließend wird ein Betrag an die Initiative klima-druck.de bezahlt, welche mit zahlreichen Maßnahmen den Klimaschutz unterstützt. Maßnahmen, die ebenfalls auf lange Frist hin ausgelegt sind und immer wieder von Zertifizierungsstellen überprüft werden.
Ein Druck ohne diesen CO2 Ausgleich, welcher im Schnitt etwa 2-10% der Bestellgebühr ausmacht, ist für Kunden bei uns nicht mehr möglich.

Um es offen zu sagen, zufrieden sind wir damit noch nicht, wir versuchen gerade im eigenen Bereich immer mehr auf Naturpapiere und nachhaltige Werbemittel zu setzen. Unsere eigenen Kugelschreiber sind z.B. seit 2019 aus recyceltem Naturpapier und lassen sich sehr leicht entsorgen, ohne die Umwelt mit noch mehr Plastik zu belasten. Perfekt ist unsere Herangehensweise noch nicht, aber wir arbeiten immer mehr und mehr daran, Druckverfahren und Hersteller zu finden, die unsere Umwelt so wenig wie möglich belasten. Übrigens setzen wir ganz bewusst nicht auf Bleistifte, denn der Mangel an Spitzern, die man für gewöhnlich nicht am Schreibtisch oder gar in der Tasche hat führt dazu, dass diese eigentlich umweltfreundliche Variante nach wenigen Einsätzen in den Müll wandert und sich der Nutzen für die Umwelt dadurch sogar ins Negative wandelt. Nachhaltigkeit ist oft eine Frage, bei der man einen Schritt weiter denken muss.

2. Server und Technik

Wir hosten unsere Websites bzw. die Seiten unserer Kunden auf eigenen Servern in Deutschland. Wir könnten jetzt schreiben, dass diese sogar zu 100% CO2 frei sind und nur Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt wird, aber um es offen zu sagen, das ist nichts besonderes mehr, und das ist auch gut so. Viele Hoster in Deutschland nutzen bereits 100% CO2 freien Strom und das finden wir großartig. Sollte ihr Hoster dies noch nicht tun, würden wir Ihnen tatsächlich ans Herz legen über einen Wechsel nachzudenken. Meist sind die nachhaltigen Hosting Lösungen keinen Cent teurer.

Im Bereich Webhosting können wir also einen Haken dahinter setzen. Doch wie sieht es mit unserer eigenen Infrastruktur aus? Mittlerweile sehr sehr gut. Auch wir haben die letzten Jahre viel investiert und verbrauchen so wenig Strom wie nie zuvor, trotz einer erheblich gestiegenen Mitarbeiterzahl.
Unsere Mitarbeiter erhalten zum Start Ihrer Karriere bei dreibein immer ein MacBook (oder ein vergleichbares hochwertiges Linux oder Windows Gerät, je nach Wunsch). Durch den konsequenten Einsatz von Notebooks in Verbindung mit externen Monitoren können wir durch die deutlich effizienteren Bauteile sehr viel Strom sparen. Ein Arbeitsplatz benötigt im Schnitt nicht mehr als 70 Watt Dauerleistung inkl. Notebook, Monitor, Telefon und Peripherie.

Auch im Bereich Server nutzen wir nur noch sehr energiesparende NAS Lösungen, die mittels Zeitsteuerung einen extrem niedrigen Energieverbrauch erreichen. In Sachen Beleuchtung setzen wir seit unserem Umzug 2017 in unsere neuen Büroräume auf Cham auf eine reine LED Beleuchtung. Eine extrem effiziente Klimaanlage sorgt im Sommer für angenehme Temperaturen und lässt unsere Geräte kühler laufen, was für eine längere Lebensdauer sorgt und deren Energieleistung reduziert.

Unser gesamtes Büro ist seit 2017 komplett mit stromsparender LED Technik ausgestattet

3. Auto

Ganz ehrlich im Bereich Auto sind wir mehr als unzufrieden. Unser 1er BMW wird uns Ende des Jahres verlassen. Aus diesem Grund waren wir seit Monaten damit beschäftigt ein Elektroauto zu bekommen und wir haben es nicht geschafft. Einen Plug In Hybrid haben wir probegefahren, welcher uns aber nicht wirklich überzeugte und einen Elektro Golf konnten wir erst gar nicht bestellen. Schlussendlich entschieden wir uns für einen effizienten und top modernen Benziner. Evtl. vielleicht sogar die beste Wahl, wenn man sich zahlreiche Beiträge zum Thema Akku Herstellung für Elektro Autos durchliest. Um es offen zu sagen, wir waren von der Thematik sehr frustriert. Wir hatten das Gefühl, egal, wie wir uns entscheiden, wirklich nachhaltig ist keine Lösung. Auch unser zweiter Firmenwagen, mit dem wir vornehmlich die sehr weiten Strecken fahren ist klimatechnisch nicht wirklich gut. Als Diesel, welcher zwar die modernsten Standard erfüllt, fühlt man sich trotzdem schon beim Drücken des Startknopfes als Umweltsünder. Was die beste Lösung aktuell ist, wir wissen es nicht. Für uns sind weniger Fahrten zu unseren Kunden leider aber auch keine Lösung. Mit Videotelefonie kann man zwar schon einige Termine ersetzen, aber die Emotion und Sympathie eines persönlichen Termins ist aktuell durch nichts zu ersetzen.

Was nachhaltig ist, sind unsere Mittagspausen. Hier benutzt kein Mitarbeiter das Auto, sondern wir begeben uns zu Fuß auf die Suche. Auch gibt es mittlerweile Fahrgemeinschaften innerhalb der dreibein Mitarbeiter.

4. Unser Verhalten

Hier haben wir uns in den letzten Jahren sehr verändert. Wer uns hier mal beobachten möchte, darf uns gerne in der Mittagspause verfolgen. Peinlich genau wird darauf geachtet, dass der Burger, Döner und co. nicht noch extra in Alufolie verpackt wird. Burger werden gerne in eigenen wiederverwendbaren Boxen abgeholt und bei der Benutzung von viel Plastik und Styropor essen wir meist vor Ort, um diesen Müll zu vermeiden. Geht das noch besser? Auf jeden Fall! Wir werfen immer noch viel zu viel weg und produzieren Müll, der vermeidbar ist. Wir möchten unsere Prozesse immer weiter optimieren und vermeidbaren Müll so gut wie irgendwie möglich weiter reduzieren. Eine Sache von der wir extrem profitieren würden, wäre ein gelber Sack. Die Mülltrennung ist ein Punkt, den wir aktuell oft aufgrund von Zeitmangel einfach nicht so gerecht werden können, wie wir wollten. Gerne würden wir unsere Wertstoffe noch besser trennen und separat an Wertstoffhöfen abgeben. Im Bereich Glas gelingt uns dies sehr gut. Im Bereich Plastik bisher eher weniger.
Für die Verpflegung unserer Mitarbeiter nutzen wir sehr nachhaltige Wege. Für die wöchentliche Obstlieferung für unsere Kollegen setzen wir auf einen lokalen Bio Händler und Getränke gibt es über Sodastream. Beim Kauf unserer Kaffeebohnen achten wir ganz bewusst auf FairTrade Bohnen.

Kugelschreiber aus Recyclingpapier gehören seit 2019 zu unseren eigenen Werbemitteln

Fazit

Sind wir aktuell zufrieden mit unserem Beitrag zum Umweltschutz? Nein, ganz sicher nicht! Wir haben schon viel getan, aber es ist ein Prozess der kontinuierlichen Verbesserung. Wir möchten uns ganz bewusst nicht auf die Fahne schreiben, dass wir ein umweltfreundliches Unternehmen sind, denn davon gibt es schon zu viele, die sich dies in großen Buchstaben auf die Website setzen oder in Facebook oder Instagram darüber berichten. Im Endeffekt findet sich wohl in jedem Unternehmen die ein oder andere Sache, die der Umwelt zu Gute kommt, was meistens aber auch eher mit dem Geldbeutel des Unternehmers zu tun hat. Große Ketten, die über ihre Photovoltaik und LED Beleuchtungen berichten, aber gleichzeitig Dinge herstellen, die nach zwei Jahren schon das zeitliche segnen sind für uns nicht nachhaltig. Wir werden auch in Zukunft unser Bestes geben, um immer nachhaltiger für unsere Kunden zu werben. Wir sind selbst gespannt, wo uns diese Reise hinführt.